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Bild: (c)MensHealth.de

Wenn ich mal weg bin, dann tut der Mann (sonst dankbarer und durchaus kompetenter Konsument meiner Küche) prinzipiell so, als ob ich dem salzlosen männerfeindlichen Vegetarismus frönen würde – und „tröstet“ sich mit Bohnensuppe aus der Dose, aufgekocht mit Sambal aus dem Glas, vergrobt mit Käsekrainer aus dem Packerl.

Jetzt gibts keine Ausrede mehr. Die perfekte Linsensuppe schmeckt viel besser, ich bekams grad live bestätigt, und geht so:

Für 2 gute Portionen 2 Handvoll getrocknete braune Linsen (ich mag die Dosenlinsen nimmer, da ist Konservierungszeug dabei) in ca 1/2l Wasser ca. 50 Min kochen (einweichen ist nicht nötig, die schaffen das auch so locker).

Dann die Linsen mit 1/2 ganz klein geschnittener Zwiebel, ca einem Dutzend Salzkapern, 1/2 klein geschnittenem Apfel, 2 gestückelten Pomodori Pelati mit Saft, 1 kleingeschnittener Dattel, 1 kräftigem Schuss Rotwein, 1 Schuss Balsamico, 1 Schuss Sojasauce, 1 Lorbeerblatt, 1 Chilischote (oder mehr oder weniger), 1 Stückchen Zitronenschale, bissl Rosmarin und bissl Pfeffer köcheln lassen, nochmal mindestens 30 Minuten lang. Den Flüssigkeitsstand beobachten – sollte immer Dosensuppenkonsistenz haben.

Dann etwa die Hälfte davon mit einem Schuss Joghurt, zwei dünnen scheiben Speck oder Prosciutto und einem Schuss Olivenöl gut pürieren, wieder zur Suppe geben. 1 Käsekrainer (nur die von JaNatürlich nehmen, nicht die von Radatz, sagt der Experte) in ganz dünne Scheiben schneiden, alles mit Salz & Pfeffer & Balsamico abschmecken und noch ein paar Minuten fertigköcheln lassen.

Ich hab mir dann noch ein bisschen frisches Sauerkraut reingeschnitten und ein paar Tropfen bestes O-Öl drübergetan – wunderbar. Und so xund ;)

Noch so ein Gewissenspost – muss aber auch mal sein. Eigentlich wollt ich ja nur der Tochter erklären, warum ich keine Erdbeeren aus Spanien kaufen will. Auch wenn die Hanna sagt, dass ihre Mama die auch kauft und sie voll gut sind.

Sehen Sie den roten Kreis? Und in dem roten Kreis diese große, große weiße Stelle bei Almería?
Genau. Ich wusste ein kleines bisschen, dass die Erdbeeren, die Tomaten, die Melanzani … von „San Lucar“ oder wie die alle heißen (kann sich noch wer an Villariba/Villabajo erinnern?) in einer Art Otherworld entstehen, in einer riesigen Welt aus Plastik-Gewächshäusern, mehrheitlich betreut von Fronarbeitern ohne legalen EU-Aufenthaltstitel, voller Pflanzen, die mit Chemikalien gefüttert und mit extra eingeflogenen Hummeln bestäubt werden.

Was ich nicht wusste, ist, wie unglaublich groß das „Mar de plástico“ ist. Ich will ja jetzt nicht pseudoliterarisch werden von wegen „globales Krebsgeschwür“, aber diese Dimension hat mich schon etwas vom Sessel gehauen.

Bild klicken für noch mehr Fotos plus (spanischer) Gschicht dazu.

Diesmal kein Rezept von uns, sondern eine Grafik von jemand anderem (sehr lesenswertes Blog btw!!). Viele Dinge fallen mir dazu ein, von fasziniert bis überrascht, von hoffnungsvoll bis sehr deprimiert – aber am besten spricht das Ding eh für sich alleine.

Essen ist Kunst, on so many levels :-)

Low-Commitment Projects

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Sowohl Frau Queenofsoup als auch Meinereine stammt aus Oberösterreich, also ist für uns Schweinsbraten keine bloße Speise, sondern kulinarisches Weltkulturerbe. Schon als Kind war, wurde ich nach meiner Definition von Festessen gefragt, meine erste und einzige Antwort „Schweinsbraten!“ – und dass Dornröschen & Co beim Happyend-Gelage jemals was anderes zu sich hätten nehmen können, was „Edleres“ etwa, Austern, Wachteln, Reh o. Ä., ist mir auch nach wiederholtester Märchenlektüre nie in den Sinn gekommen.

Das Seltsame an der Sache ist: Trotz (oder wohl eher wegen) solcher kultischen Verehrung hab ich selbst noch nie einen Schweinsbraten gemacht. Ich hab mich über Beuschl, Nierndl, Tafelspitz samt sämtlicher Beilagen gewagt, selbst den Erdäpflknödl nicht unversucht gelassen, aber das Gericht der Gerichte noch nie. Versagensangst, ganz klar, auch wenn man mir versichert, es sei keine Hexerei.

Allerdings glaub ich nicht ganz daran, weil was meine Mutter als Schweinsbraten serviert, kann nicht ohne Magie entstanden sein. Eine traumhafte Kombination aus bestem Fleisch (MUSS Bio sein, sonst schmeckts nicht!!), in der letzten Stunde mitgebratenen Erdäpfeln und Semmelknödeln, vervollkommnet von Krautsalat. Wundervoll.

Ein Gedicht, das – oft probiert – aufgewärmt noch um ein Haus besser schmeckt als so manche „frische“ Sau. Und das zudem noch eins meiner Lieblings-Aufstrichrezepte nach sich gezogen hat: Den Schweinsbratenaufstrich.
Meine Oma, als begnadete Köchin und Mutter vieler Kinder Meisterin der Resteverwertung, hat ihn erfunden, und ich präsentier ihn hier als Neujahrsgruß 2012. Das Rezept: Alles, was vom Bratl übrig bleibt – Fleisch, Knödel, Erdäpfel, Saft (nicht zu viel!), Bratlfett – duch die Fleischmaschine drehen (der Stabmixer tuts auch, der Aufstrich wird damit fluffiger als im Original), mit Salz, Senf, Pfeffer und Majoran abschmecken, dann auf getoastetem Brot servieren.

Das ist Luxus in seiner besten Form. Köstliches Neues Jahr!!!

was unter der woche an prospekten ins haus flattert, ignoriere ich üblicherweise – aber manchmal, am wochenende, weist mich der mitesser auf werbetexterische kleinode hin. wie das aus dem aktuellen folder einer wiener gourmetsupermarktfiliale, die neuerdings das brot der slow-food-preisgekrönten jungen bäckerin denise pölzelbauer führt:

pölzelbauer ist in den letzten jahren aufgefallen durch allerlei brotkreationen, die die 5-elemente-ernährung mit traditioneller steinofenbäckerei kombinieren. mir war das bei meinen bisherigen verkostungen geschmacklich ein bisserl zu viel chichi, hat aber hohe qualität und viele anhänger. die freude, die die texter angesichts von pölzelbauer empfinden, dürfte allerdings weniger der güte ihrer brote geschuldet sein: „eine der wohl ansehnlichsten vertreterinnen ihrer zunft“ steht da über die „freche bäckerin“ – und am kalauer vom „braten in der röhre“ schrammt der text nur haarscharf vorbei.

und wie finde ich die entblößte schulter? oder, anders gefragt, wie würde ich das finden, wenn der gehypte, von mir favorisierte biobäcker helmut gragger mit entblößtem oberkörper reklame für sein wunderbares sauerteigbrot machen würde? vielleicht würde mir das eh gefallen.

da ich schon in stimmung bin – die nächste doppelseite widmet der prospekt schuhbecks würzmischungen: „schuhbeck sexgewürz“ steht da. und „schuhbeck erotischer curry“. geil. da kann „schuhbeck toskanisches nudelgewürz“ auch nur mehr eines sein. ich werde es dem mitesser nahelegen.

nachtrag: selber altpapierstapel, anderer absender – warum für verbilligten wein mit bikinidame werben?

und warum stört mich das mehr, wenn die bikinidame als „hedi quast, sozialarbeiterin“ identifiziert ist, als wenn es eine anonyme dame in badegwand wär, an die ich schon aus den prospekten für brillen und fotoapparate gewöhnt bin? langsam hab ich wirklich die nase voll. wenn schon nackte haut: ein knackiger weintrinker in badehosen wär schön.

ich glaub, heute hab ich mein koch-mojo verloren. in anwesenheit von gästen hab ich einen teller zerschmissen, mich mit meinem wundervollen brotmesser in den daumen gesäbelt, und habe irrtümlich (sichtbar) abgelaufenen tomatensaft serviert. sogar die unverwüstbare pizza margherita, mit dem boden nach mestolo, der tomatensauce nach marcella hazan (polpa eine dreivertelstunde mit viel butter, einer prise salz und ganzen geschälten schalotten auf kleiner flamme schmurgeln, schalotten rausfischen, fertig – ich hab heut die schalotten vergessen, war trotzdem gut), büffelmozzarella und frischem basilikum war zwar geschmacklich nicht zu beanstanden, aber optisch ein sauhaufen.

und dann, das undenkbare: das no-knead-bread, x-fach erprobt und immer wunderbar, von isabel bogdan (glaub ich) nicht umsonst idiotenbrot getauft, ist mir misslungen. massiv.

ich weiß eh dass das grauslich ausschaut. da müsst ihr jetzt durch, ich musste es auch. und zwar: ich hab, mangels weizenmehl und wegen akuter faulheit (dabei hätt ich den supermarkt im haus), einfach das vorhandene dinkelmehl pur verwendet, das bisher sogar in zwei-drittel-mischungen mit weizenmehl problemlos funktioniert hat. nicht so diesmal: das brot, die sau, hat sich im topf festgekrallt wie eine wild gewordene katze am bein eines hysterischen katzenallergikers. ich weiß, der vergleich hinkt, ich will nur deutlich machen: das blöde ding war nicht aus dem topf zu kriegen. nein, garnicht. keine chance. katha, die ich per twitter panisch um hilfe rief, antwortete ganz richtig:

ich habs dann stückweise extrahiert, immer in anwesenheit der milde amüsierten gäste, die zwischendurch mit kochlöffel, hebelwirkung, roher gewalt und guten tipps helfen wollten. aber nicht konnten.

auf dem oberen bild ist der rest, der im topf geblieben ist, und der jetzt im moment gerade einweicht. wäh.

hier das bild dessen, was ich aus dem topf gekratzt hab. geschmeckt hats auch irgendwie seltsam. zum glück wollten wir nach der pizza eh kein brot mehr. mittlerweile sind die gäste dahin, und zum trost hab ich jetzt eine ganze reife pakistanische mango alleine verspeist.

ich kann mich nicht entschließen, die traurigen reste des dinkelbrotversuchs wegzuschmeißen, weil ich essen nicht wegwerfen kann, außer es kommt mir schon zu fuß aus dem kühlschrank entgegen. also warten, bis es schimmelt, und dann weghauen? oder doch essen, mit wut im bauch?

wir lernen daraus: reines dinkelmehl ist des teufels. und an manchen tagen ist es einfach gscheiter, auf essen aus der packung zurückzugreifen – oder am besten überhaupt im bett zu bleiben. nur, wie erkennt man solche tage im voraus?

Saufen und Abnehmen!!! Das ist kein Witz und keine Parodie, sondern ein ganz ernst (also, fast ernst) gemeintes Diät-Buch: Meine liebste Neuentdeckung der letzten Monate. Erstauflage: Immerhin 1963!!!

Was so saucy klingt, hat nämlich durchaus Hand und Fuß: Gewicht verlieren, ohne sich zu kasteien – das einzige, auf was man nach Möglichkeit verzichten soll, sind „Carbs“, also Kohehyrate. Sprich Sättigungsbeilagen. Nix Neues, in der Form dennoch sowohl radikal als auch charmant. Das Buch ist sehr kurz.

Das alles klingt sehr drüber, ist es wohl auch. Ich probiers trotzdem grad – denn auch wenn ich prinzipiell dem Prinzip der Schönheitsidealbedingten Gewichtsabnahme gegenüber ablehnend eingestellt bin, würd ich doch endlich gern diese letzten 5 Kilo seit Geburt meiner Tochter verlieren. Und so.
Der Ansatz ist jedenfalls zu schön , um ihn zu ignorieren. Prost!!!

spaziergang im wienerwald: gänseblümchen, himmelschlüssel, taubnesseln, wilder schnittlauch, schafgarbe, sauerampfer, breitwegerich, löwenzahn, bärlauch. daheim dann ein paar noch warme erdäpfel dazu, eine handvoll vogerlsalat, apfelessig, honig, olivenöl, joghurt, salz. so halt. frühling.

Jaja, die Geschichte mag aufgewärmt sein (danke queenofsoup!!), aber das Ding da am Bild ist ganz frischgebacken! Und meine Begeisterung kennt keine Grenzen:

Es gibt Menschen, die ohne Brot nicht leben können. Ich kenne welche, die sogar zu Pasta Brot essen.
Ich kann gut ohne Brot. Für mich ist es kein Grundnahrungsmittel, sondern was, was halt da ist oder nicht. Wie Salami oder Käse. Brot selber zu backen erschien mir daher (abgesehen von einem kurzen und SEHR typisch verlaufenen Brotmaschinen-Intermezzo) als verzichtbar.

Bis mich queenofsoup mit dem No-knead-bread-Bazillus angesteckt hat. Ein Wahnsinn, das. Einfach (ich hab nicht mal eine Küchenwaage!!), schnell (bis auf die Gehzeit halt) und un-glaub-lich köstlich. Backen! Jetzt!

Dazu gaaanz viel Credits an katha, deren superdetaillierte Anleitung mit dieses elementare Erlebnis erst ermöglicht hat!

(Und sorry für die inferioren Fotos, hatte leider nur das blöde Handy zur Verfügung.)

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