ich glaub, heute hab ich mein koch-mojo verloren. in anwesenheit von gästen hab ich einen teller zerschmissen, mich mit meinem wundervollen brotmesser in den daumen gesäbelt, und habe irrtümlich (sichtbar) abgelaufenen tomatensaft serviert. sogar die unverwüstbare pizza margherita, mit dem boden nach mestolo, der tomatensauce nach marcella hazan (polpa eine dreivertelstunde mit viel butter, einer prise salz und ganzen geschälten schalotten auf kleiner flamme schmurgeln, schalotten rausfischen, fertig – ich hab heut die schalotten vergessen, war trotzdem gut), büffelmozzarella und frischem basilikum war zwar geschmacklich nicht zu beanstanden, aber optisch ein sauhaufen.

und dann, das undenkbare: das no-knead-bread, x-fach erprobt und immer wunderbar, von isabel bogdan (glaub ich) nicht umsonst idiotenbrot getauft, ist mir misslungen. massiv.

ich weiß eh dass das grauslich ausschaut. da müsst ihr jetzt durch, ich musste es auch. und zwar: ich hab, mangels weizenmehl und wegen akuter faulheit (dabei hätt ich den supermarkt im haus), einfach das vorhandene dinkelmehl pur verwendet, das bisher sogar in zwei-drittel-mischungen mit weizenmehl problemlos funktioniert hat. nicht so diesmal: das brot, die sau, hat sich im topf festgekrallt wie eine wild gewordene katze am bein eines hysterischen katzenallergikers. ich weiß, der vergleich hinkt, ich will nur deutlich machen: das blöde ding war nicht aus dem topf zu kriegen. nein, garnicht. keine chance. katha, die ich per twitter panisch um hilfe rief, antwortete ganz richtig:

ich habs dann stückweise extrahiert, immer in anwesenheit der milde amüsierten gäste, die zwischendurch mit kochlöffel, hebelwirkung, roher gewalt und guten tipps helfen wollten. aber nicht konnten.

auf dem oberen bild ist der rest, der im topf geblieben ist, und der jetzt im moment gerade einweicht. wäh.

hier das bild dessen, was ich aus dem topf gekratzt hab. geschmeckt hats auch irgendwie seltsam. zum glück wollten wir nach der pizza eh kein brot mehr. mittlerweile sind die gäste dahin, und zum trost hab ich jetzt eine ganze reife pakistanische mango alleine verspeist.

ich kann mich nicht entschließen, die traurigen reste des dinkelbrotversuchs wegzuschmeißen, weil ich essen nicht wegwerfen kann, außer es kommt mir schon zu fuß aus dem kühlschrank entgegen. also warten, bis es schimmelt, und dann weghauen? oder doch essen, mit wut im bauch?

wir lernen daraus: reines dinkelmehl ist des teufels. und an manchen tagen ist es einfach gscheiter, auf essen aus der packung zurückzugreifen – oder am besten überhaupt im bett zu bleiben. nur, wie erkennt man solche tage im voraus?