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in der aktuellen ausgabe von effilee, meinem seit längerem allerliebsten freßmagazin (vor allem, seit die dürren models vom cover wieder verschwunden sind, siehe diskussion hier), gibt’s einen wunderschönen lesetipp.

die japaner, die ja bekanntlich zu jedem erdenklichen thema einen manga haben (ich kenn jemanden, der seine doktorarbeit in japanologie allen ernstes über das österreichische kaiserhaus im spiegel japanischer teenie-mangas schreibt!), haben nämlich auch OISHINBO („der gourmet“) – eine serie, die sich ausschließlich mit japanischem essen befasst.

protagonist ist der junge journalist yamaoka shiro, der ebenso faul wie schlau, aber auch verfressen ist (welch eine identifikationsfigur!). er wird von seiner zeitung beauftragt, anlässlich deren 100-jahr-jubiläum das „ultimate menu“ zusammenzustellen und zu recherchieren, welche speisen dafür unerlässlich sind. fieserweise erfährt aber die konkurrenzzeitung von dem plan, und will ihn mit der präsentation des „supreme menu“ übertreffen – und hierfür wird yamaokas jähzorniger und obergscheiter vater engagiert, mit dem yamaoka natürlich seit jahren zerstritten ist. was wäre ein manga ohne familiendrama!

im lauf der serie bekommt yamaoka die wildesten jobangebote, verliebt sich in die falsche und dann in die richtige, heiratet, kriegt kinder, gibt weise ratschläge an alle um ihn herum, und isst, und isst, und isst… ich kenne mich mittlerweile unter anderem bestens aus mit izakaya food (zum beispiel 20 verschiedene arten, aalrückenflossen am spieß zuzubereiten), mit japanischem gemüse, und aktuell lerne ich gerade viel über ramen und gyoza. und wenn ich dann durch bin (sieben bände gibt’s als „best of“ auf englisch übersetzt, mehr info hier ), fahr ich nach tokio. ahja, vorher noch im lotto gewinnen.

oishinbo gibts ganz unkompliziert über amazon zu bestellen. leider wird das fernweh dann schrecklich groß.

Er ist der Herr über essbare Sphären und Schäume und der erste Koch, der durch die Einladung zur Documenta 12 als Künstler anerkannt wurde: Ferran Adrià, katalanischer Gastronomiestar und Küchenchef des Restaurants elBulli an der spanischen Costa Brava. Die Documenta-Teilnahme war nun der Anlass für Pop Art-Künstler Richard Hamilton und Vicenze Todolí, Direktor des Londoner Tate Modern, gemeinsam ein Buch herauszugeben: „Food for Thought. Thought for Food“ ist der erste Band, der alle Gerichte des elBulli von 1987 bis 2007 umfassend katalogisiert und die Arbeit des Kochs mit Debatten, Essays und Kommentaren von namhaften Künstlern, Köchen, Galeristen und Kuratoren vollinhaltlich in einen Kunst-Kontext stellt.

„Adriá hat die Welt der Gastronomie in den letzten 20 Jahren revolutioniert“, heißt es immer wieder über den Küchenchef, doch die Welt der Gastronomie hat die Erfindungen und Kreationen aus dem elBulli mit oft hochgezogener Augenbraue zur Kenntnis genommen. Adriás Verdienst ist ein anderer: das Schaffen von eigenständigen, mit allen Sinnen (sehen, hören, tasten, riechen, schmecken) erfahrbaren Kunstwerken. Wenn nun Hamilton über „bedeutende Gerichte“ des spanischen Küchenchefs schreibt, ist das kein Aufsatz über Nahrungsaufnahme, sondern über Kunstrezeption. Demnach ist ein 40-gängiges elBulli Menü viel mehr als Essen, näher dem Tanz oder der Skulptur.

Die präzisen, leuchtenden Fotos von Francesc Guillamet, der die elBulli-Gerichte von Beginn an dokumentiert hat, begleiten den stellenweise sehr subjektiven Diskurs über Adriás Küche und machen den Band zu einem sinnlichen Erlebnis: Näher kann man dem elBulli wohl kaum kommen, nimmt man nicht selbst den Weg an die Costa Brava auf sich.

FOOD FOR THOUGHT. THOUGHT FOR FOOD, Gedanken über das kreative Universum von Ferran Adrià, die Avantgarde-Küche und ihre Beziehung zur Welt der Kunst. 38 Euro. Herausgegeben von ACTAR, Barcelona. Erschienen am 21. September 2009.

ein hochspannendes projekt hat die bibliothek der oberösterreichischen landesmuseen am laufen: die sammlung handschriftlicher und gedruckter kochbücher vom 16. bis ins 20. jahrhundert wird digital zugänglich gemacht. der link zum schatz: http://www.alteskochbuch.at/

bislang, soweit ich das überblicke, ist diese datenbank allerdings für köchinnen noch nicht wirklich nutzbar, zum stöbern aber trotzdem aufregend. leichter hat man’s trotzdem mit christoph wagners neuausgabe der katharina prato – kann ja nicht jeder das glück haben und von seiner großmutter die handgeschriebene und gedruckte küchenliteratur der vorfahren geschenkt bekommen.


danke, omi!

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