was unter der woche an prospekten ins haus flattert, ignoriere ich üblicherweise – aber manchmal, am wochenende, weist mich der mitesser auf werbetexterische kleinode hin. wie das aus dem aktuellen folder einer wiener gourmetsupermarktfiliale, die neuerdings das brot der slow-food-preisgekrönten jungen bäckerin denise pölzelbauer führt:

pölzelbauer ist in den letzten jahren aufgefallen durch allerlei brotkreationen, die die 5-elemente-ernährung mit traditioneller steinofenbäckerei kombinieren. mir war das bei meinen bisherigen verkostungen geschmacklich ein bisserl zu viel chichi, hat aber hohe qualität und viele anhänger. die freude, die die texter angesichts von pölzelbauer empfinden, dürfte allerdings weniger der güte ihrer brote geschuldet sein: „eine der wohl ansehnlichsten vertreterinnen ihrer zunft“ steht da über die „freche bäckerin“ – und am kalauer vom „braten in der röhre“ schrammt der text nur haarscharf vorbei.

und wie finde ich die entblößte schulter? oder, anders gefragt, wie würde ich das finden, wenn der gehypte, von mir favorisierte biobäcker helmut gragger mit entblößtem oberkörper reklame für sein wunderbares sauerteigbrot machen würde? vielleicht würde mir das eh gefallen.

da ich schon in stimmung bin – die nächste doppelseite widmet der prospekt schuhbecks würzmischungen: „schuhbeck sexgewürz“ steht da. und „schuhbeck erotischer curry“. geil. da kann „schuhbeck toskanisches nudelgewürz“ auch nur mehr eines sein. ich werde es dem mitesser nahelegen.

nachtrag: selber altpapierstapel, anderer absender – warum für verbilligten wein mit bikinidame werben?

und warum stört mich das mehr, wenn die bikinidame als „hedi quast, sozialarbeiterin“ identifiziert ist, als wenn es eine anonyme dame in badegwand wär, an die ich schon aus den prospekten für brillen und fotoapparate gewöhnt bin? langsam hab ich wirklich die nase voll. wenn schon nackte haut: ein knackiger weintrinker in badehosen wär schön.