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eigentlich sollte das hier ein „essen unterwegs“ beitrag werden, weil ich mit der aufarbeitung meines kulinarisch hochinteressanten italiensommers noch nicht einmal halb begonnen hab. statt aber jetzt allen mit fotos eines ambitionierten, etwas überteuerten menüs aus dem slow food-empfohlenen agli angeli in gardone riviera am gardasee den mund wässrig zu machen, bin ich lieber konstruktiv und stell hier meine variante eines einzelnen gerichts ins esszimmer. die große stärke des agli angeli ist nämlich süßwasserfisch aus der gegend, spektakulär angerichtet, aber letztlich ohne großes theater zubereitet, sodass eine forelle auch nach forelle schmecken darf und sich nicht neu erfinden muss – slow food eben.

die einfachheit hiervon hat mich sehr beeindruckt: leicht geräuchertes forellentartar auf friseesalat, mit ein bisserl schnittlauch, ein bisserl olivenöl, vielleicht ein bisserl weißem balsamico oder zitronensaft mariniert, und mit ein bisschen sojasauce und ein wenig mildem joghurt und wunderbaren knusperbrotscheibchen serviert.

im älplerischen nachbau ergibt sich eine variation: statt forelle ist es bei mir, weil gerade verfügbar, kalt geräucherter saibling von den bundesforsten in bad aussee (anderswo in österreich von den fischbauern zu bekommen), statt friseesalat gurke (am liebsten diese kleinen, die ein bisserl nach wassermelone schmecken) und stangenzeller in miniwürferl geschnitten. über das grünzeug etwas zitronensaft und olivenöl. wer unbedingt will noch ein bisserl pfeffern und salzen, ist aber nicht notwendig, weil der fisch normalerweise intensiv genug ist.

dazu mildes joghurt und geröstetes vollkornbrot oder vollkorntoast. eventuell auch noch ein schüsserl mit sojasauce dazustellen.

und das ist so supersimpel und sensationell gut dass ich dafür jeden anderen vorspeis-chichi stehen lass. nachbau dringend empfohlen!

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Rapunzel aka Vogerlsalat aka Feldsalat. Das einzige Grünzeug, das meine Tochter gerne isst. Schade, dass die Grimms nicht mehr Märchen nach Obst & Gemüse benannt haben.

Im Märchen geht’s ja darum, dass eine Frau aus lauter Heißhunger auf Rapunzeln sogar ihr ungeborenes Kind verkauft. Mag ja übertrieben sein, aber gut sind sie wirklich. Und weil bei uns hier endlich die Sonne scheint, ließ ich mich zu einem feinen Frühlingssalat inspirieren:

Aus 1/8l Joghurt, 1 EL Senf, Zitronensaft, Salz, Pfeffer eine Marinade anrühren.
1/2 Apfel, 1/2 Avocado, 1/2 Kohlrabi, 2 harte Eier, 4 Scheiben Salami, 1 Stück Räucherfisch und etwas Rucola in Stücke schneiden, druntermischen.
Dann 2 kräftige Handvoll Rapunzeln säubern, drunterheben.
Dann kommt noch frisch geriebener Kren und ein wenig Bio-Hanföl (vom Fandler, sehr köstlich). Mahlzeit.

Variationen sind natürlich mannigfaltig denkbar. Zwiebel und/oder diverses frisches Kraut passt sicher auch gut, hab ich aber absichtlich weggelassen, weil ich die zarten Rapunzeln geschmacklich nicht ganz zudecken wollte.

Und noch eine Anmerkung: Salatsauce aus Joghurt, Senf, Salz und etwas Zitronensaft geht nicht nur superschnell, sondern schmeckt auch extrem mayonnaisig und lässt den Gedanken an grausige Fertigsalatsaucen (was das schon für widerliches Wort sist) gar nicht erst aufkommen.

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