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… heuer durfte er nämlich die Feiertage ungebraten überstehen. Auch Schinken gabs keinen, das Ostermenü im Hause Chickofprey (als Drei-Generationen-Projekt gekocht von Mutter, Tochter & Enkelin Prey) war diesmal etwas atypisch, aber jedenfalls (endlich wieder mal ;)) einen Eintrag wert.

 

Vorspeisen: Lachspaté auf Brunnenkresse, rote Gemüsesuppe

Für die Suppe rotes Gemüse (Karotten, Blaukraut, Paradeiser, Paprika, Rote Rübe, rote Zwiebel), dazu 1 Chilischote und 1 Stück Ingwer entsaften, mit Salz, etwas O-Öl, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, ein paar Koreanderkörnern & einem Schuss Prosecco ca. 1/2 Stunde köcheln lassen.

Für die Lachspaté 100 g Bio-Räucherlachs, 1/4 Zwiebel, 1 EL Crème fraîche, Salz, Dille & eine Handvoll Knödelbrot mit Cutter oder Stabmixer haschieren. Die Masse abschmecken, zu 2 kleinen Würsten formen und jede für sich möglichst ohne luftblasen und luftdicht erst in Klarsichtfolie, dann in Alufolie einwickeln. Ca 15 Min zugedeckt in kochendem Wasser schwimmend sieden. Auskühlen lassen, in Scheibchen schneiden und auf mit Vinaigrette marinierter Brunnenkresse anrichten.

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Zwischengang: Rindsragout auf Frühlingskräuternockerln

Rindsschulter (Biofleisch, eh klar) in kleine Würferl (ca. 1,5 cm Seitenlänge) schneiden. Karotten, Zwiebel, Sellerieknolle und Bauchspeck (Mengen nach Gefühl) in Fett nach Wahl (bei mir wars eine wilde Kombination aus Schweine-, Kalbsnierndl- und Butterschmalz und O-Öl, auf jeden Fall nicht sparen!!) anbraten, immer wieder mit gutem Rotwein aufgießen und laaaang (mindestens bis sich der Zwiebel verkocht hat) dünsten lassen. Gewürzt habe ich mit Salz/Pfeffer, frischem Majoran, Lorbeer, Orangenschale, dunkler Schokolade und (wenig!) Sternanis.

Für die Nockerln einen einfachen Spätzleteig aus Mehl, Ei, Salz, Milch anrühren. Eine Handvoll lokaler Wildpflanzen (Hier: Löwenzahn, Gundelrebe, Taubnessel, Bärlauch, Schafgarbe, Gänseblümchen …) sammeln, im Cutter pürieren, unter den Teig mischen. Spätzle machen, das Ragout darauf anrichten.

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Hauptgang: Seezunge mit Solospargel auf Currysauce

Dieses Gericht ist (c) Mama Prey: Wirkt schlicht, ist sehr raffiniert und bringt vor allem die Geschmäcker der hochwertigen Hauptzutaten optimal raus. Die Filets werden sparsam mit Salz und Pfeffer gewürzt und gemeinsam mit ein paar Oliven in einer O-Öl-Butterschmalz-Mischung in der Pfanne auf den Punkt gebraten, die Spargelstangen im Topf gegart.

Für die wunderbare Sauce brauchts Vorbereitung: Viel Zwiebel und Stangensellerie klein schneiden, in Butterschmalz glasig dünsten, salzen, mit Weißwein ablöschen, reduzieren, wieder mit Wein aufgießen. Immer wieder einreduzieren lassen und mit wenig Wasser aufgießen bis das Gemüse sehr weich ist, dann pürieren. Mit etwas Schlagobers und der Lieblingscurrymischung abschmecken. Alles nebeneinander anrichten, die Sauce über den Spargel gießen. Als Beilage: Erdäpfelsalat mit Brunnenkresse.

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Als Nachspeise gabs endlich was Traditionelles – eine sizilianische Colomba, ganz ohne Foto. Dem Osterhasen hätte sie sicher geschmeckt, aber der hatte ja zu tun :)

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das letzte mal bloggen ist viele monate her – das letzte mal kochen aber immer nur ein paar stunden: verfressen bin ich wie eh und je, und kulinarisch um ein hauseck gebildeter als noch vor einem jahr. ich war bei einer hausschlachtung dabei, hab zweimal gemeinsam mit einem sommelier ein menü entworfen und gekocht, hab durch reisen und wunderbare bekanntschaften (viele davon aus dem internet) neue geschmäcker kennen gelernt und neue ideen gewonnen. da lagen eines tages frische frühlingsmorcheln vor meiner wohnungstür, ich hab eine kroatische selchwurst geschenkt gekriegt, einen riesigen strauß istrische kräuter, kiloweise tiroler biokitznierndln, polnischen kräuterwodka und kalabrische bergamotten, sogar eine kalifornische meyer lemon war dabei, und eine halbe kiste schönbrunner pomeranzen: meine kulinarischen freundschaften haben sich vertieft. im esszimmer war davon rein garnichts zu lesen.

dafür gibt es heute aber kleines frühlingsessen, das gleich mehrere inspirationen der letzten monate vereint:

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zuerst gab’s eine frühlingserbsenvelouté (also eine pürierte cremesuppe) mit pochiertem mandarinen-kerbel-ei. weil keine zeit war, am naschmarkt frische erbsen zu kaufen, hab ich zu biotiefkühlerbsen gegriffen: dreiviertelpackung mit halbem liter wasser zum kochen bringen, sanft salzen. inzwischen die eier vorbereiten – mit einem spezialtrick: pro ei ein großes stück klarsichtfolie mit olivenöl einpinseln, ein paar mandarinenzesten (es empfiehlt sich, zuvor in der provence einen echten mandarinenbaum zu plündern), ein paar kerbelblätter und fleur de sel in die mitte streuen. die folie so über die öffnung eines bechers legen, dass eine vertiefung entsteht, da hinein das ei schlagen. nochmal zesten, kerbel und salz drauf, die folie zu einem beutel zusammenschlagen und mit einer plastikklammer fixieren.

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die eierbeutelchen (wie das klingt! pardon) in die inzwischen kochende erbssuppe hängen (profis machen das in einem extratopf mit wasser, wegen der bösen klarsichtfolie. laien wie ich denken „ach, ist eh nur für 3 minuten“ und ignorieren die plastikgefahr) und garen lassen bis das eiweß fest, das gelbe aber noch flüssig ist. der richtige zeitpunkt lässt sich durch zartes anstupsen erfühlen.

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dann die beutel rausholen, die erbssuppe abschmecken (mit mandarinensaft, außerdem – weils grad übrig war, siehe weiter unten – salziger molke, salz und pfeffer) und ganz fein pürieren.

suppe in schüsserln anrichten, ei von der folie befreien (sollte dank des öls leicht gehen) und hineinsetzen, obendrauf nochmal kerbel. sehr fein, das – sehr frühling. die pochierten aromatisierten eier funktionieren auch herrlich auf salat. wer keine schicken plastikklammern hat, kann auch mit den drahtverschlüssen von tiefkühlsackerln arbeiten.

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schön, die vorspeis ist fertig und serviert? dann ist genug energie für die hauptspeis da. die hab ich bei einem besuch bei frau esskultur gelernt und weiterentwickelt: die frau esskultur schält und würfelt festkochende kartoffeln (im frühling: bitte noch welche aus dem vorjahr!), brät sie in einer beschichteten pfanne in öl (ich hab französisches gänsefett verwendet… yay) an und löscht mit marsala ab. im hause esskultur kommt dann rosmarin dazu, alles wird einreduziert und weitergebraten, bis die erdäpfel rundum schön knusprig gebräunt sind.

meine variante: ablösch-alkohol und würze in einem – nämlich mit pastis (ouzo ginge auch) ablöschen. dadurch verteilt sich feiner anisgeschmack gleichmäßig auf allen erdäpfeln. allerliebst!

schon ca sechs stunden zuvor hatte ich labneh gemacht. das ist libanesischer frischkäse aus möglichst fettem joghurt, das man durch ein tuch oder einen kaffeefilter abseiht. ich hab’s schon mit 4,8% bioschafjoghurt (sehr fein) und mit 3,6% biokuhjoghurt (auch gut) probiert. dabei salze ich das joghurt schon vor dem abseihen, dadurch ist die ablaufende molke auch salzig-säuerlich und eignet sich gut, um etwa die erbssuppe von weiter oben aufzugießen und zu würzen. für die pastis-erdäpfel hab ich zum labneh noch ungeheuer aromatischen frisch gepflückten wildfenchel aus dem piemont und meyerlemon-zesten aus kalifornien gemischt; orangenzesten und etwas dill tun es aber auch.

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die frau esskultur hat mir zu den erdäpfeln einen herrlichen karottensalat kredenzt, aus frischgeriebenen karotten, zitronensaft, geröstetem und frisch gemörsertem kreuzkümmel und fenchelsamen, olivenöl und etwas salz. das mag schlicht klingen, ist aber eine pure geschmacksexplosion und unbedingt zur nachahmung empfohlen.

mangels karotten hab ich heute zarten grünen spargel gestückelt und in olivenöl angebraten, ein paar braune champignons dazu, mit einem spritzer pastis und mandarinensaft abgelöscht, die spargelspitzen dazu, gewärmt, mit salz abgeschmeckt und serviert. danach hab ich mich kaum noch rühren können.

(hat irgendwer fleisch vermisst? ich nicht)

sie schmecken himmlisch, sie sind hübsch, und sie sind ganz nebenbei auch eine sehr elegante art und weise, restln zu verkochen. wegschmeißen ist nich! zum beispiel gemüse, das alleine nicht mehr für eine ganze mahlzeit reichen würde, hühnerfleisch aus einer suppe, faschiertes… für eine feine gyozafüllung sind jungzwiebel oder porree und ein paar schwammerl in jedem fall eine gute basis. alles weitere nach vorräten und lust.

was lange garen muss, vorher eventuell anbraten, den rest einfach kleinschneiden und mischen, und mit soysauce, einem spritzer sesamöl, etwas orangenöl oder sonstwie abschmecken.

gyozablätter kann man auch selber machen. da ich aber nicht j. bin, der fingerfertige mann meiner japanischen cousine, greife ich zum fertigprodukt aus der tiefkühltruhe des nächstgelegenen asiashops. gibts in verschiedenen packungsgrößen, eckig und rund – und es zahlt sich aus, ein packerl daheim vorrätig zu haben. die tascherln sind übrigens, wie man mir sagte, ursprünglich chinesisch, mittlerweile aber vor allem in japan sehr in mode, mit den unterschiedlichsten füllungen.

die blätter leicht antauen lassen, damit sie sich voneinander trennen lassen, dann je ein teelöfferl füllung (nicht zu viel) auf jeden teigkreis setzen.

die ränder mit nassen fingern anfeuchten und zusammendrücken. dabei gibt’s verschiedene formale schulen, wie man sich denken kann – vermutlich in direktem zusammenhang mit der schönen tradition des origami. meine ganz persönliche lieblingsrichtung ist die „haupsache-es-hält“-form. die befolge ich aber streng.

außerdem mag ich es, wenn die gyozas wie kleine raupen übers arbeitsbrett kriechen. nnnga nnnga (familieninterner schmäh)

in einer weiten flachen beschichteten pfanne (für die es auch einen deckel gibt) ein paar esslöffel neutrales pflanzenöl mit ein paar tropfen geröstetem sesamöl heiß werden lassen. die gyozaraupen hineinsetzen und anbraten. sobald sie braune füße haben, beherzt eine tasse wasser in die pfanne schütten und schnell den deckel zumachen. jetzt werden die viecherln fertiggedämpft, was ca 10 minuten dauert. nicht übersehen! wenn am boden der pfanne kein wasser mehr ist und der teig überall gar ist, ist essenszeit!

inzwischen mische ich eine sauce zusammen. da kommen bei mir rein: sojasauce, ein paar spritzer fischsauce, orangenöl, orangenzesten, limettensaft, irgendeine chilisauce. und frisches basilikum oder frischer koriander, oder was sonst halt da ist.

wenn keine flüssigkeit mehr da ist, sollten die gyoza unten wieder ein bisserl knusprig geworden sein. und dann gibts essen.

geht bestimmt auch ohne sesamöl und soysauce, mit somewhat westlicheren zutaten, saibling und einem löfferl rahm und spinat, oder so. hab ich aber noch nicht getestet. veggieversionen sind natürlich auch gut. ach. morgen mach ich sie mir wieder. aber diesmal mit biorindsfaschiertem und bio-prinzesserbsen.

nachtrag: ingwer und knoblauch sind natürlich auch basics für die füllung. aber jeder wie er mag.

ostern war ja schon, glaub ich. macht aber nix, gekochte eier sind das ganze jahr über gut, und deswegen gibt’s hier einen nachträglichen ostergruß. der ist inspiriert von meike winnemuth, die auf ihrer weltreise derzeit in shanghai zwischenstation macht und diese eier hier vom straßenimbiss um die ecke hatte.

eier aromatisiert mit schwarztee, sternanis und sojasauce? das kann ja nur genial schmecken! im oishii bento blog hab ich ein rezept für die zubereitung chinesischer tee-eier gefunden, und mich sofort an den herd begeben, denn die sache ist wirklich supersimpel:
eier kochen (maximal kernweich, sie garen später noch nach), aus dem wasser nehmen und abschrecken. ins noch kochheiße wasser ein schwarzteesackerl, ein stück orangenschale, zwei sternanisse, ein stück zimtrinde, ein paar pfefferkörner (hab ich vergessen, macht nix) und ein stamperl sojasauce geben. die eier rundum mit einem löffel sanft anpecken und in den sud zurücklegen. ziehen lassen.

ei eins hab ich gestern verzehrt, nach ca. 4 stunden im sud. gut, sehr sogar. ei zwei durfte aber über nacht in der dunklen tunke baden. was soll ich sagen: ooooooooooooooooooooh! so, und jetzt huschhusch in die küche, sofort nachbauen!

ps: schmeckt (sehr untraditionell, wie ich annehme) wunderbar mit selbst gerührtem unkräuterfrischkäs und brot.

wenn man was eine stunde lang kochen muss, bis es genießbar ist, gilt die kategorie „schnelles abendessen“ vermutlich nicht so ganz. aber die nettoarbeitszeit für das abendessen, das ich mir grad gebastelt hab, war wirklich minimal.

ich bin ja sehr für saisonales kochen, vor allem wenn grade artischockensaison ist. zu meiner freude gibt’s dieser tage in vielen österreichischen supermärkten italienische bio-artischocken, und die kommen jetzt fast täglich auf den tisch. zuerst müssen die harten knospen mit einem sehr scharfen messer großzügig von allen seiten beschnitten werden. nicht schrecken, sie werden dabei signifikant kleiner, das muss aber so sein! den stängel kann man am einfachsten mit dem sparschäler schälen, wegschneiden wäre schade.
die zurechtgeschnippelten artischocken müssen dann schnell (sonst werden sie braun) mit einer halbierten und ausgequetschten zitrone und ihrem saft, einem löffel zucker und einem löffel meersalz und in einen topf mit wasser, die sache zum sanft kochen bringen und ungefähr eine stunde in ruhe köcheln lassen. damit sie nicht auf der oberfläche schwimmen, mit einem teller beschweren. ja, man kann sich sehr leicht die pfoten verbrühen, wenn man nach einer stunde den teller wieder rauszufischen versucht. das ist die sache aber wert.

inzwischen hab ich aus fettem joghurt, bisserl sauerrahm, zitronenschale und sehr viel schnittlauch eine schnittlauchsoße zusammengerührt, und als die artischocken schon so ziemlich gar waren, im zitronensauren kochwasser noch ein ei pochiert. auf dem teller gabs ein bisserl guten balsamico und orangenöl über die artischocke, pfeffer drüber und und brot dazu, und so gut wars! hab nur ein paar wenige blätter weggeben müssen, weil sie zu hart und faserig waren. diese pollenfreie sorte frühlingsblumen kanns meinetwegen gerne jeden tag geben.

wie machen die anderen das immer? perfekte fotos sensationeller gerichte, ideal ausgeleuchtet, mit wunderbaren farbkontrasten, scharf und appetitanregend? ich schaff das ja nur in den seltensten fällen, meistens ist der hunger die gier so groß, dass ich nur schnell noch aufs auslöserknopferl drücken kann, und dann fall schon ich übers essen her – erst recht, wenn es gelungen ist. klar, bei professionellen foodfotografen schließt sich sowas von selbst aus (da sind ja allerlei fiese sachen auf dem teller versteckt, damit das ganze schön aussieht) – aber wie machen das all die hobbyfoodblogger? na, egal:

mestolo schreibt, dass sie diese hauchdünne knusperpizza praktisch ständig macht und sich schon einfallslos vorkommt, wenn sie das immer wieder verbloggt. aber die ist ja eine von den multitalenten, die fotografieren können im gegensatz zu mir. insofern kann sie das auch noch hundertmal backen, mit immer wieder neuen hinreißenden belag-varianten, und es wird jedesmal wieder ein lese- und schaugenuss sein! der beweis: hier, hier und hier.

ich hab das rezept jetzt innerhalb von 20 stunden gleich zweimal nachgemacht, und bin total hingerissen. bei mir war der belag heute sauerrahm (mit pfeffer und salz), mangold, ein bisserl camembert und ein rest sehr salziger salami, und dann obendrüber ein paar spritzer orangenöl – göttlich. gestern war auch sauerrahm drunter, und drauf war die eine hälfte belegt mit selbst gekochten zitronigen artischocken und camembert, die andere (noch viel bessere) mit chicoree und gorgonzola dolcelatte. mmmmmh! wunderbar zum gemüse-, käse- und wurstrestlverwerten.

der teig geht nach mestolo so: 20 deka weizenmehl (glatt oder griffig, geht beides), 2 esslöffel hartweizengrieß (ich hab mangels hartweizengrieß und weil ichs nicht besser wusste, „normalen“ weichweizengrieß genommen, auch kein malheur), eine prise salz, 130 ml kaltes wasser, und 5 g frische hefe (oder zwei prisen trockenhefe; frische hefe im wasser auflösen). den teig kneten und laaaaaang stehenlassen, am besten über nacht, gern im kühlschrank, dann hält er auch drei tage.

25 min vor der essenszeit das rohr (mit dem backblech!) auf 250 grad vorheizen (oder ein noch warmes rohr vom brotbacken nutzen), den teig drei millimeter dünn auf einem backpapier ausrollen, belag wie’s beliebt, die pizza mitsamt dem papier flach auf das brennheiße bleck ziehen und dann rein in die hitze. nach 10 bis 15 min ist die sache sensationell knusprig und sooooooooooooooo gut! danke für die inspiration, wird ins alltagsrepertoire aufgenommen – und taugt auch bestens als schnelle vorspeise bei größeren esszimmermenüs.

es ist ungefähr anderthalb jahre her, da hab ich im skopik & lohn knusprigen schweinebauch gegessen – und der hat mich seither verfolgt: kein klassisches kümmelbratl, keine asia-sau, sondern eingerieben mit diesem hinreißend fiesen spanischen, etwas geräuchert schmeckendem pimiento, den ich damals nicht benennen konnte und den ich nur aus der chorizo kannte, mit einer wundervollen knusperkruste und marzipanzartem fleisch.

das ganze scheiterte erst einmal daran, dass mir der spanische paprika fehlte, aber den hab ich dann bei einem madridbesuch mitnehmen können. nur: woher das rezept bekommen? via twitter hat mir die wunderbare frau dr. ente nach langem hin und her – nein, klassisches kümmelbratl sollte es nicht werden – ein rezept rausgesucht, das in chili und ciabatta bereits nach einem essen&trinken-rezept variiert wurde. davon ausgehend hab ich mich weitergehantelt – mit geschmacklich sensationellem, konsistenztechnisch leider mäßigem erfolg, der mich aber nur anspornt. anfangen muss man jedenfalls einen tag vor dem geplanten verzehr:

ich wär da ja nie draufgekommen – aber als erstes wird der schweinebauch (knochen ausgelöst, aber mit eingepackt) nämlich gekocht, in kaltem wasser, mit anderthalb teelöffeln salz, den knochen, fast einem achterl sojasauce, einem kompletten geputzten suppengrün, kümmel, ingwer, sternanis, knoblauch und chili. während die sau genau nach rezept vor sich hinköchelt, hab ich mich für die marinade zu einer variation entschieden:

ein esslöffel meeressalz, ein teelöffel kümmel, ein halber teelöffel piment d’espelette und ein halber teelöffel eines spanischen geräucherten paprikapulvers im mörser zerrieben…

… und mit einem esslöffel waldhonig, einem schuss olivenöl und ein paar esslöffeln vom sau-sud (damit sich der honig auflöst) zu einer homogenen paste verrührt.

nach anderthalb stunden mildem köcheln hab ich den gegarten schweinebauch rausgefischt und die haut kreuzweise eingeschnitten, das ging jetzt natürlich viel leichter als bei der ungekochten sau.

der sau-sud ist inzwischen eine paradiesisch duftende, intensive brühe, in die ich mich am liebsten reingesetzt hätte. es bleibt am ende zum glück noch genug übrig, um sich noch ein süppchen mit nudeln draus zu machen. ach, ich muss eindeutig mehr mit sternanis kochen! jedenfalls hab ich den sud abgeseiht und fürs erste beiseite gestellt.

den schweinebauch hab ich auf der fleischseite mit der marinade eingerieben, und sobald er ausgekühlt war, ihn fest in klarsichtfolie eingewickelt und über nacht in den kühlschrank gestellt.

als zuspeis hab ich mir überlegt, kraut zu machen – und zwar mit der guten brühe als basis. dazu hab ich das kraut fein geschnitten (vermutlich sollt ich mir trotzdem einmal einen krauthobel zulegen) und in einem topf mit einem halben liter von der brühe gedünstet, ein paar esslöffel apfelessig dazu, abgeschmeckt hab ichs dann am tag darauf – es war aber eigentlich nix mehr großartig zu ergänzen.

am tag des essens hab ich den schweinebauch, mit der schwartenseite nach oben, etwa anderthalb stunden bei 140 grad im rohr gegart, und vor dem essen dann vorschriftsmäßig noch ein paar minuten auf oberster schiene im rohr drübergegrillt – und hier hätte jezt die knusprige kruste entstehen sollen. passierte aber einfach nicht! keine ahnung wieso, es war etwas enttäuschend. hat mir (und, so behaupteten sie, meinen gästen) aber trotzdem nicht viel gemacht, weil der geschmack so spitze war. natürlich wars ein bisserl eine enttäuschung, aber nur formal.

als vorspeis gabs zuerst mini pizzette mit radicchio und gorgonzola dolcelatte, untendrunter eine schicht sauerrahm mit pfeffer und salz. supersimpel, sehr fein.

dann gabs den unsichtbaren salat nach biolek/witzigmann, den frau esskultur hier so detailliert verbloggt hat, er ist wirklich unwiderstehlich und trägt den namen „unsichtbar“ nicht zu unrecht: diesmal waren die avocados unsichtbar, ich hatte zwar zwei kleine schöne hass-avocados gekauft, aber irgendwie haben sie sich beim salatzubereiten versteckt. war aber trotzdem gut! dazu gabs selbstgemachtes no-knead-brot, einmal hell, einmal dunkel.

zum schweinsbraten gab es das kraut, und dazu noch ein erdäpfel-selleriepüree, mit nur ein bisserl sellerie, das hat sehr gut gepasst. wie in dem ursprünglichen rezept hatte ich aus einem teil der schweinebrühe, orangensaft und -schale und frischem basilikum eine unglaublich tolle sauce gebastelt, und die war sehr unwiderstehlich.

insgesamt also: die geschmäcker waren traumhaft, auch die restln lassen sich trefflich weiterverwenden (restliche soße und bratlfettn aufs brot, detto dünn aufgeschnitten der braten, und die brühe mit nudeln als suppe), aber die konsistenzen waren suboptimal, leider: das fleisch war ein bisserl zach – nicht sehr, aber weit weg von marzipanartig. und die kruste hat einfach nicht stattgefunden.

was war los? vermutlich doch zu viel garzeit insgesamt. frau esskultur hat mir mittlerweile zwei andere rezepte verlinkt: die französische variante und eine weitere asiatische, und die nennen jeweils kürzere garzeiten, obwohl da das fleisch auch zuerst gekocht wird. ich werd das also wieder probieren. und es wird hier zu lesen sein, versprochen!

nachspeis war übrigens wiedermal: kladdkaka. hat noch nie geschadet. mmmmh, lauwarm, mit sauerrahm.

tags darauf: vollkorn-no-knead-bread, schicht senf und bratlfettn, salat, kalte sau. mmmmmmmmmmh.

Danke, Queenofsoup, für diesen essenziellen Link!! Als große Liebhaberin des Eis von roh bis Haute-Cuisine-verfeinert musste ich auf dieses Gericht natürlich anspringen.

Und hab gleich meine eigene Version gebastelt:

Nudelteig (aus Mehl & Wasser mit einem kleinen Schuss O-Öl) mit der Pastamaschine dünn auswalzen (Stufe 4 oder 5), Scheibchen mit ca 11 cm Durchmesser basteln (Dessert-Schüssel!), 2 pro Person.

Für die Fülle Blattspinat mit Salz & Borretsch weich dünsten, Flüssigkeit ausdrücken. Mit ein paar grünen Frühlingszwiebel-Trieben pürieren oder (besser) hacken, mit ca. der gleichen Menge Topfen oder Ricotta mischen, mit Salz, Pfeffer, Dill … abschmecken.

Ein Häufchen mittig auf eine Teigscheibe setzen, mit dem Löffelchen eindrücken, einen ganzen frischen (Bio!!)-Eidotter in die Mulde gleiten lassen. (Mit frischen Eiern funktionierts am besten, die halten am festesten!)

Am besten in einer flachen, hohen Pfanne nebeneinander 2 – 3 Min kochen – geht aber auch im Topf gut. Mit Schaumkelle rausheben, etwas zerlassene Butter und Parmesan drüber – die perfekte Vorspeise!

Schmeckt super und schaut schön spektakulär aus ;)

Und weil mir von der herrlichen Spinatfülle was übriggeblieben ist, hab ich am nächsten Tag gleich weitergemacht:

Die übrigen Eiweiße (in meinem Fall warns 3) zu Schnee schlagen. Mit der Hand natürlich, geht am schnellsten, wirklich!
Die Spinatmasse unterheben, das ganze in eine heiße Pfanne mit etwas Fett gleiten lassen, nicht zu schnell und nicht zu langsam auf mittlerer Hitze durchbraten, bis an einem reingesteckten Zahnstocher nichts Flüssiges mehr picken bleibt. Vorsicht, das Ding souffliert wundervoll – was auch bedeutet, dass es auch die Neigung dazu hat, ganz unwundervoll zusammenzufallen.

Kurz vorm Fertigwerden hab ich noch eine kräftige Menge Parmesan drübergerieben …

… und das Ganze mit einem kleinen Salat aus geriffelter Karotte, Sauerkraut und bestem O-Öl serviert.

(Zugegeben: An der Omelett-Formgebung muss – und werde! – ich noch arbeiten ;) aber geschmacklich war das Ding recht formidabel.)

nur mehr eine dose sardinen und ein kanten weißbrot übrig? macht nix. wenn die sardinen zum beispiel von der wunderbaren (spanischen?) marke MIAU sind, mit olivenöl und zitrone eingelegt, dann ist das das reinste festmahl. im besten fall hat man noch ein „bisserl a zeug“ vorrätig, zum beispiel paprika und ein stangenzellerstangerl, und ein paar datteln.

ich hab das altbackene brot in würfel geschnitten und in einer pfanne was von dem fischigen zitronigen olivenöl (nicht sehr) heiß werden lassen, darin die brotwürfel angeröstet. inzwischen hab ich das gemüse und eine handvoll datteln kleingehackt und zum fertig gerösteten brot in die pfanne gegeben, um alles anzuwärmen, aber nicht zu garen. ein schuss balsamico und ein kräftiger spritzer orangensaft aus einer halben bioorange, auf einen warmen teller damit alles nicht gleich auskühlt, und dazu sardinen: süß, fischig, salzig, sauer, erdig-frisch (der stangenzeller), knusprig, knackig, cremig (die sardine) – sehr empfehlenswert! und sehr schnell. etwas eleganter am kleinen teller angerichtet eignet sich das bestimmt auch als gschwinde vorspeise.

ich liebe das nordpol heiß und innig: hier gibts die beste böhmische küche in wien. die portionen sind so groß, dass sogar meine omi begeistert wäre (weil „die buam“, ihre drei in teenagertagen unersättlichen söhne, dort tatsächlich satt geworden wären – und dieses qualitätskriterium gilt ihr bis heute). ich bin aber keiner von den buam, deswegen bringe ich nie alles weg, und deswegen ist guter rat teuer: was tun mit den restln? ich bin nämlich leidenschaftliche anhängerin des doggie-bags, was jeder koch bitte nicht als geiz, sondern als kompliment verstehen sollte! (was nicht gut ist, wird nämlich schmählich stehengelassen)

diesmal wars eine wunderbare blunzen mit traumhaft süßem sauerkraut, die ich nicht aufessen konnte. so ein glück – für die vorspeis an einem der folgenden tage!

aus vier großen mehligen gekochten erdäpfeln, noch heiß mit der erdäpfelpresse zerdrückt, außerdem einem ei, einer prise salz, zwei kleinen handvoll universal-mehl und ein bisserl muskat hab ich einen schnellen erdäpfelteig geknetet. den hab ich dann in eine wurst geformt und die in 16 teile geschnitten und teigkugerl aus den abschnitten geformt. die restliche blutwurst hab ich in 8 scheiben geschnitten und die jeweils halbiert. teigkugerl plattdrücken, mit wurstscheibenhalbmonden belegen, zusammenklappen und kartoffelhalbmonde formen. die hälfte der halbmonde hab ich in kochendem salzwasser garen lassen bis sie von selber an die oberfläche gestiegen sind, die andere hälfte heftig eingemehlt und eingefroren. juhu, vorratswirtschaft rocks! (immerhin ist schon fast winter, und mein inneres eichkatzl will beruhigt werden)

die fertigen tascherl hab ich in gebräunter butter geschwenkt und auf dem restlichen süßen sauerkraut angerichtet. voll gut geworden, das restlessen! mach ich bald wieder, mal schauen womit ich die erdäpfeltascherl dann fülle. ah, ich glaub es ist noch was vom martinigansl da…

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