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Nein, das Esszimmer ist nicht verwaist. Ja, wir sind nach wie vor verfressen und verkocht. Es war nur so wenig Zeit! Sogar Halloween mussten wir verschieben. Naja, auch deshalb: Das Kind wünschte sich Riesenparty, alle waren übers lange letzte Oktoberfest ausgeflogen. Königsidee: Wir feiern Halloween 2.

2 Tage Wohnung dekorieren, phew. Nur eine kleine Idee davon, dies ist schließlich ein Essblog :-)

Und es gab voll viel ganz gruseliges Essen. So hab endlich den Sprung gewagt und mir Lebensmittelfarbe besorgt. Zu den Kinderwürsteln (mit Ketchupblut und leider ohne Foto) gabs also blauen Kartoffelsalat:



2 kleingeschnittene kleine Zwiebel, 3 harte gehackte Eier, Senf, O-Öl, weißer Balsamico & Salz verrühren und abschmecken, mit etwas Wasser und 1,5 kg festkochenden festgekochten Kartoffeln vermengen. Danach in wenig heißem Wasser etwa 1/2 TL blaue Speisefarbe auflösen, druntermischen – aber vorsichtig, das Zeug färbt ordentlich!



Eiterpudding, auch sehr gruselig: Schmeckt aber genau wie Vanillepudding mit Ribiseln ;) Die giftige Farbe kommt – nona – von einem kleinen bisschen grüner Speisefarbe.

Am besten gingen definitiv die Marzipanfinger:



Aus Marzipanrohmasse Scheibchen abschneiden, daraus Röllchen formen und in Kleinfingerlänge abschneiden. Auf eine Seite eine halbe Mandel als Fingernagel drücken, die andere Seite mit roter Zuckerglasur (gibts sogar fertig in der Tube) blutig machen.



Für die alle und noch ein viertes Tellerchen voll reicht eine 500-g-Packung Marzipan.



Gruselig angerichtet mit echt giftigen Schneewittchenäpfeln (kleine möglichst rote Äpfel mit Mandelöl einreiben, anderes Öl geht klarerweis auch, schmeckt aber nicht so gut) – und die Kinder essen auch Obst. Alle gingen weg.

Und ein Gastbeitrag: Der hinreißend saftige Schokokuchen mit Ribiselmarmelade-Blutspuren wird mit Knochensplittern aus weißer Schokolade schauerlich gemacht.

Der Gabentisch. War uns allen ein Hochgenuss.

Meanwhile … bei den Erwachsenen:

Süßes oder Scharfes. Farblich passte Queenofsoups genialer Schafstopfenaufstrich (Brimsen mit Kernöl verrühren – fertig!!!) fein zur fiesen Sause. Pfefferoni drauf für die Gänsehaut am Gaumen.



Grün gefärbtes Wasser mit Pefferminz-Orangensirup (danke, Queenofsoup!!!), rot gefärbtes Wasser mit Heidelbeersirup in Eiswürfelbeutel füllen, einfrieren, dann nach Wahl Gift oder Blut in den Frizzante.

Kindervampire bekamen grüne Milch zu kosten, verweigerten aber großflächig.

Und der Aftermath …
Ein unerwartetes Highlight: Am nächsten Tag wurde der verbliebene Brimsenaufstrich mit 2 rohen Eiern und etwas Stärke (Tapioka, weil die grad da war) verrührt und dann in der beschichteten Pfanne fast ohne Fett zu Blini gebacken. Spektakulär, die Idee wird demnächst aufgegriffen.

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ostern war ja schon, glaub ich. macht aber nix, gekochte eier sind das ganze jahr über gut, und deswegen gibt’s hier einen nachträglichen ostergruß. der ist inspiriert von meike winnemuth, die auf ihrer weltreise derzeit in shanghai zwischenstation macht und diese eier hier vom straßenimbiss um die ecke hatte.

eier aromatisiert mit schwarztee, sternanis und sojasauce? das kann ja nur genial schmecken! im oishii bento blog hab ich ein rezept für die zubereitung chinesischer tee-eier gefunden, und mich sofort an den herd begeben, denn die sache ist wirklich supersimpel:
eier kochen (maximal kernweich, sie garen später noch nach), aus dem wasser nehmen und abschrecken. ins noch kochheiße wasser ein schwarzteesackerl, ein stück orangenschale, zwei sternanisse, ein stück zimtrinde, ein paar pfefferkörner (hab ich vergessen, macht nix) und ein stamperl sojasauce geben. die eier rundum mit einem löffel sanft anpecken und in den sud zurücklegen. ziehen lassen.

ei eins hab ich gestern verzehrt, nach ca. 4 stunden im sud. gut, sehr sogar. ei zwei durfte aber über nacht in der dunklen tunke baden. was soll ich sagen: ooooooooooooooooooooh! so, und jetzt huschhusch in die küche, sofort nachbauen!

ps: schmeckt (sehr untraditionell, wie ich annehme) wunderbar mit selbst gerührtem unkräuterfrischkäs und brot.

wie machen die anderen das immer? perfekte fotos sensationeller gerichte, ideal ausgeleuchtet, mit wunderbaren farbkontrasten, scharf und appetitanregend? ich schaff das ja nur in den seltensten fällen, meistens ist der hunger die gier so groß, dass ich nur schnell noch aufs auslöserknopferl drücken kann, und dann fall schon ich übers essen her – erst recht, wenn es gelungen ist. klar, bei professionellen foodfotografen schließt sich sowas von selbst aus (da sind ja allerlei fiese sachen auf dem teller versteckt, damit das ganze schön aussieht) – aber wie machen das all die hobbyfoodblogger? na, egal:

mestolo schreibt, dass sie diese hauchdünne knusperpizza praktisch ständig macht und sich schon einfallslos vorkommt, wenn sie das immer wieder verbloggt. aber die ist ja eine von den multitalenten, die fotografieren können im gegensatz zu mir. insofern kann sie das auch noch hundertmal backen, mit immer wieder neuen hinreißenden belag-varianten, und es wird jedesmal wieder ein lese- und schaugenuss sein! der beweis: hier, hier und hier.

ich hab das rezept jetzt innerhalb von 20 stunden gleich zweimal nachgemacht, und bin total hingerissen. bei mir war der belag heute sauerrahm (mit pfeffer und salz), mangold, ein bisserl camembert und ein rest sehr salziger salami, und dann obendrüber ein paar spritzer orangenöl – göttlich. gestern war auch sauerrahm drunter, und drauf war die eine hälfte belegt mit selbst gekochten zitronigen artischocken und camembert, die andere (noch viel bessere) mit chicoree und gorgonzola dolcelatte. mmmmmh! wunderbar zum gemüse-, käse- und wurstrestlverwerten.

der teig geht nach mestolo so: 20 deka weizenmehl (glatt oder griffig, geht beides), 2 esslöffel hartweizengrieß (ich hab mangels hartweizengrieß und weil ichs nicht besser wusste, „normalen“ weichweizengrieß genommen, auch kein malheur), eine prise salz, 130 ml kaltes wasser, und 5 g frische hefe (oder zwei prisen trockenhefe; frische hefe im wasser auflösen). den teig kneten und laaaaaang stehenlassen, am besten über nacht, gern im kühlschrank, dann hält er auch drei tage.

25 min vor der essenszeit das rohr (mit dem backblech!) auf 250 grad vorheizen (oder ein noch warmes rohr vom brotbacken nutzen), den teig drei millimeter dünn auf einem backpapier ausrollen, belag wie’s beliebt, die pizza mitsamt dem papier flach auf das brennheiße bleck ziehen und dann rein in die hitze. nach 10 bis 15 min ist die sache sensationell knusprig und sooooooooooooooo gut! danke für die inspiration, wird ins alltagsrepertoire aufgenommen – und taugt auch bestens als schnelle vorspeise bei größeren esszimmermenüs.

ich hab ja im grunde ganz andere dinge zu bloggen. da war ich in berlin, beim kulinarischen kino, in london, hab spannende dinge gegessen und fotografiert, und an zwei sehr wunderbaren verkostungen durfte ich auch teilnehmen. aber wenns schnellschnell gehen muss, ist halt nur zeit für das wunderbare no-knead-brot von mark bittman, dem mittlerweile hier im esszimmer schon zwei beiträge gewidmet sind, hier und hier.

ich finde, jetzt ist aber wiedermal zeit für einen, der mut macht: ich hab das brot mittlerweile ausprobiert im normalen blechtopf, mit glasdeckel (macht spaß weil man zuschauen kann), im römertopf, im großen und im kleinen gusseisentopf, und es hat jedesmal funktioniert. also nur mut, lediglich plastikgriffe vertragen sich nicht mit dem topfbrot!

und neulich auch endlich einmal mit variiertem rezept. einmal hab ich von den ursprünglich 435 gramm weizenmehl 10 deka mit weizenvollkorn und 10 deka mit roggenmehl ersetzt, außerdem zwei esslöffel brotgewürz (fenchel, anis, kümmel).

hat bestens funktioniert, ist schön gegangen. im ganzen hab ichs in der abendsonne fotografiert, aufgeschnitten wars dann leider bei kunstlicht. man sieht aber trotzdem: krume und kruste vorschriftsmäßig, geschmack auch, nur hab ich festgestellt: die frühkindliche aversion gegen die ameisenartigen brotgewürzbemmerln im brot hab ich immer noch nicht abgelegt. hab zwar tapfer alles mitgegessen und nicht wie früher rausgekletzelt, aber eigentlich ist es mir doch ohne lieber.

deswegen hab ichs vorgestern auch dann wieder ohne gemacht, hab aber diesmal 270 gramm weizenmehl und 165 gramm roggen genommen. an sich ist (ich hoff ich geb das jetzt richtig wieder) im roggen kein gluten enthalten, deswegen braucht man für roggenbrot normalerweise auch sauerteig, weil germ da nix hilft. ich müsste jetzt nachlesen warum das so ist, hefe funktioniert scheinbar nur bei mehlen in denen das eiweiß in gluten-form enthalten ist, also weizen und dinkel. hat bei mir aber trotzdem funktioniert, der roggenanteil war offenbar gering genug. werde das noch zu steigern versuchen, aber das esszimmer mit weiteren beiträgen verschonen, ist ja doch zu fad auf dauer.

jedenfalls: endlich ausprobieren! hier ist nochmal das ausführliche grundrezept. zum schnell nachlesen reicht aber auch das:

435 gramm weizenmehl glatt oder auch griffig, wasser (350 ml zimmerwarm), salz (12 gramm) und trockengerm (1 gramm) in einer schüssel zammischen bis kein trockenes mehl mehr da ist. mit klarsichtfolie oder einem teller oder deckel möglichst dicht zudecken und 18 stunden gehen lassen. dann den jetzt sehr feuchten teig (bläschen auf der oberfläche!) auf ein sehr bemehltes papier tun, zweimal zusammenschlagen, nochmal großzügig einmehlen, und mit der „nahtstelle“ nach unten nochamal 2 stunden gehen lassen.
halbe stunde vor ende der gehzeit das rohr auf 250 grad aufheizen, eventuell einen (mindestens 4 liter-) topf mit deckel (kein email, keine plastikgriffe, alles andere is wurscht) schon reinstellen zum mit aufheizen. teig rein, deckel zu, 30 min backen. dann deckel runter, 15 min fertigbacken, dabei ein bisserl beobachten, vielleicht brauchts ein bissi länger oder weniger lang.
vorsicht, irre heiß! wenns fertig ist, auf einem gitter auskühlen lassen ca eine stunde, nicht wegen bauchweh sondern weils dann eine bessere struktur hat wenns ein bissi ruhen darf vorm anschneiden.

und fertig is das idiotenbrot. keine ausreden mehr!

Jetzt, wo wir die Festtags-Dinner-Völlerei endgültig hinter uns gelassen haben, möchte ich gern wieder mal dem besten, feinsten, leichtesten und praktischsten Alltags-Mittagessen huldigen.

Vor vielen Jahren kam ich auf die Suppe als perfekte schnelle warme Mahlzeit. Nicht die Suppe European Style, sondern die à la Fernost-Street-Kitchen, mit frischem Gemüse, Nudeln und Chili, im Wok zubereitet.

Mittlerweile hab ich meine Suppentechnik ziemlich effektiviert – und ein Grundrezept entwickelt, dass zwar vom ganz originalen Original abweicht, dafür aber einfach und schnell und ohne Vorbereitungen machbar ist. Alltagstauglich halt.

Und so gehts:
In einem kleinen Topf Wasser zum Kochen bringen.
Währenddessen Wok mit einem EL hochwertigem Öl (Palmöl, O-Öl, ganz wie beliebt) heiß werden lassen. Eine Zitronenscheibe, frischen Chili nach Geschmack und eine in Spalten geschnittene Zwieben reingeben und mit heiß werden lassen.

Meanwhile, Gemüse in Streifen schneiden – Lauch, Paprika, Schwammerl, Mangold … alles was nicht allzulang zum Durchwerden braucht, ca. 2 – 3 Handvoll für eine Portion. In den Wok geben. Immer wieder ein bisschen umrühren. Kurz bevor was anbrennt, mit etwas Mirin, eventuell sonst noch vorhandenem Alkohol aufgießen. Zarteres Gemüse wie Sprossen oder Blattspinat jetzt erst zugeben.

In der Zwischenzeit sollte das Wasser im Topf zum Kochen gekommen sein. Ein Nest Ramen oder Udon drin zubereiten, über dem Wok abseihen, bis ungefähr die gewünschte Menge Suppenflüssigkeit drin ist. Der Wok steht nach wie vor am Feuer – das alles sollte recht zügig vonstatten gehn.

Den Rest abgießen, die Nudeln kalt abspülen (muss man bei Reismehlnudeln machen, die quellen sonst bös nach).

Die Suppe noch mit Sojasauce und Miso (Bioprodukte nehmen, sonst kriegt man den gentechnisch manipulierten Sojadreck) abschmecken, die Nudeln dazugeben, alles in einer Schüssel servieren.

Das Ganze lässt sich natürlich beliebig pimpen: In Streifen geschnittenes Fleisch, echte Suppe (also Brühe – auf Österreichisch gibt’s da leider kein Wort zur Differenzierung), Kokosmilch (in diesem Fall Sojasauce weglassen), Kräuter, saisonale Delikatessen (Spargel!) oder ein rohes Ei, wie auf dem Foto. Oder reduzieren: Die Suppe funktioniert auch nur mit Zwiebel und Nudeln.
Macht glücklich, wärmt, ist billig und gesund – und lässt einen das Zeug, das man im Asia-Restaurant vorgesetzt kriegt, ganz neu evaluieren.

Danke, Queenofsoup, für diesen essenziellen Link!! Als große Liebhaberin des Eis von roh bis Haute-Cuisine-verfeinert musste ich auf dieses Gericht natürlich anspringen.

Und hab gleich meine eigene Version gebastelt:

Nudelteig (aus Mehl & Wasser mit einem kleinen Schuss O-Öl) mit der Pastamaschine dünn auswalzen (Stufe 4 oder 5), Scheibchen mit ca 11 cm Durchmesser basteln (Dessert-Schüssel!), 2 pro Person.

Für die Fülle Blattspinat mit Salz & Borretsch weich dünsten, Flüssigkeit ausdrücken. Mit ein paar grünen Frühlingszwiebel-Trieben pürieren oder (besser) hacken, mit ca. der gleichen Menge Topfen oder Ricotta mischen, mit Salz, Pfeffer, Dill … abschmecken.

Ein Häufchen mittig auf eine Teigscheibe setzen, mit dem Löffelchen eindrücken, einen ganzen frischen (Bio!!)-Eidotter in die Mulde gleiten lassen. (Mit frischen Eiern funktionierts am besten, die halten am festesten!)

Am besten in einer flachen, hohen Pfanne nebeneinander 2 – 3 Min kochen – geht aber auch im Topf gut. Mit Schaumkelle rausheben, etwas zerlassene Butter und Parmesan drüber – die perfekte Vorspeise!

Schmeckt super und schaut schön spektakulär aus ;)

Und weil mir von der herrlichen Spinatfülle was übriggeblieben ist, hab ich am nächsten Tag gleich weitergemacht:

Die übrigen Eiweiße (in meinem Fall warns 3) zu Schnee schlagen. Mit der Hand natürlich, geht am schnellsten, wirklich!
Die Spinatmasse unterheben, das ganze in eine heiße Pfanne mit etwas Fett gleiten lassen, nicht zu schnell und nicht zu langsam auf mittlerer Hitze durchbraten, bis an einem reingesteckten Zahnstocher nichts Flüssiges mehr picken bleibt. Vorsicht, das Ding souffliert wundervoll – was auch bedeutet, dass es auch die Neigung dazu hat, ganz unwundervoll zusammenzufallen.

Kurz vorm Fertigwerden hab ich noch eine kräftige Menge Parmesan drübergerieben …

… und das Ganze mit einem kleinen Salat aus geriffelter Karotte, Sauerkraut und bestem O-Öl serviert.

(Zugegeben: An der Omelett-Formgebung muss – und werde! – ich noch arbeiten ;) aber geschmacklich war das Ding recht formidabel.)

nur mehr eine dose sardinen und ein kanten weißbrot übrig? macht nix. wenn die sardinen zum beispiel von der wunderbaren (spanischen?) marke MIAU sind, mit olivenöl und zitrone eingelegt, dann ist das das reinste festmahl. im besten fall hat man noch ein „bisserl a zeug“ vorrätig, zum beispiel paprika und ein stangenzellerstangerl, und ein paar datteln.

ich hab das altbackene brot in würfel geschnitten und in einer pfanne was von dem fischigen zitronigen olivenöl (nicht sehr) heiß werden lassen, darin die brotwürfel angeröstet. inzwischen hab ich das gemüse und eine handvoll datteln kleingehackt und zum fertig gerösteten brot in die pfanne gegeben, um alles anzuwärmen, aber nicht zu garen. ein schuss balsamico und ein kräftiger spritzer orangensaft aus einer halben bioorange, auf einen warmen teller damit alles nicht gleich auskühlt, und dazu sardinen: süß, fischig, salzig, sauer, erdig-frisch (der stangenzeller), knusprig, knackig, cremig (die sardine) – sehr empfehlenswert! und sehr schnell. etwas eleganter am kleinen teller angerichtet eignet sich das bestimmt auch als gschwinde vorspeise.

eigentlich sollte das hier ein „essen unterwegs“ beitrag werden, weil ich mit der aufarbeitung meines kulinarisch hochinteressanten italiensommers noch nicht einmal halb begonnen hab. statt aber jetzt allen mit fotos eines ambitionierten, etwas überteuerten menüs aus dem slow food-empfohlenen agli angeli in gardone riviera am gardasee den mund wässrig zu machen, bin ich lieber konstruktiv und stell hier meine variante eines einzelnen gerichts ins esszimmer. die große stärke des agli angeli ist nämlich süßwasserfisch aus der gegend, spektakulär angerichtet, aber letztlich ohne großes theater zubereitet, sodass eine forelle auch nach forelle schmecken darf und sich nicht neu erfinden muss – slow food eben.

die einfachheit hiervon hat mich sehr beeindruckt: leicht geräuchertes forellentartar auf friseesalat, mit ein bisserl schnittlauch, ein bisserl olivenöl, vielleicht ein bisserl weißem balsamico oder zitronensaft mariniert, und mit ein bisschen sojasauce und ein wenig mildem joghurt und wunderbaren knusperbrotscheibchen serviert.

im älplerischen nachbau ergibt sich eine variation: statt forelle ist es bei mir, weil gerade verfügbar, kalt geräucherter saibling von den bundesforsten in bad aussee (anderswo in österreich von den fischbauern zu bekommen), statt friseesalat gurke (am liebsten diese kleinen, die ein bisserl nach wassermelone schmecken) und stangenzeller in miniwürferl geschnitten. über das grünzeug etwas zitronensaft und olivenöl. wer unbedingt will noch ein bisserl pfeffern und salzen, ist aber nicht notwendig, weil der fisch normalerweise intensiv genug ist.

dazu mildes joghurt und geröstetes vollkornbrot oder vollkorntoast. eventuell auch noch ein schüsserl mit sojasauce dazustellen.

und das ist so supersimpel und sensationell gut dass ich dafür jeden anderen vorspeis-chichi stehen lass. nachbau dringend empfohlen!

Endlich wiedermal Zeit für ein kleines buntes Menü. Zeit, die ich mir nehmen musste – also ein schnelles Menü. Aber, wie ich finde und auch meine Gäste gemeint haben, ein recht wirkungsvolles. Und auch wärmendes!

Tiefrote Consommé

Diesmal gabs die Suppe und statt der kalten Vorspeise als Einstieg – weils draußen soooo kalt war.
1 kleine rote Rübe, 3 Karotten, 1 Zwiebel, etwa 2 Handvoll Hühnerherzen, 1 Stange Zitronengras und eine Chilischote mit Wasser, etwas Rotwein, einem Schuss schwarzem Johannisbeersaft, Salz und Pfeffer aufkochen, ca. 1 Stunde lang köcheln lassen. Abschmecken, abseihen (das Gemüse aufheben, die Herzen je nach Geschmack später essen oder auch nicht). Mit in Butter geschwenkten Shrimps, in Scheibchen geschnittenen Herzchen oder einer ähnlich lustigen Einlage servieren.

Räuchersaibling auf Karfiol

1/2 bis einen möglichst jungen, frischen Karfiol (aka Blumenkohl) in möglichst große, aber dünne Scheiben schneiden. (Die kleinen Schnipsel und auch die jungen Blätter aufheben, die sind fein für Suppen & Saucen!) In einer großen, flachen Pfanne nebeneinander auflegen, salzen. 0,1l Wasser, 1 guten Schuss Schlagobers und 0,2l Prosecco dazugeben, erhitzen und dünsten lassen, bis die Flüssigkeit verdunstet ist. Eventuell Prosecco nachgießen. Idealerweise sind die Karfiolscheibchen noch leicht knackig und ganz leicht gebräunt.
Auf Tellerchen anrichten und mit Schnittchen von geräuchertem Saibling servieren. Ich hab nun schon zum zweiten mal den „Ausseer Eismeersaibling“ von den Fischbauern gekauft – sauteuer, aber wundervoll.

Dazu gibts Erdäpfelsalat von Lila Kartoffeln


Lila deshalb, weil sie wirklich hübsch aussehen. Kommt leider auf dem Foto nicht ganz so gut rüber – und geht natürlich mit normalen Speckigen auch. Jedenfalls ist das das legendäre Erdäpfelsalatrezept von meiner Oma, und unschlagbar.
1 Kilo Kartoffeln kochen, in Scheiben schneiden. 1 Zwiebel und 2 hartgekochte Eier mit Senf, Salz, Öl, Essig zu einer Marinade verrühren – weder mit Salz noch Essig sparen! Ich nehm gern Olivenöl und Gebrauchs-Balsamico, wen die Farbe stört, der muss halt was anderes nehmen. Etwas Wasser und die Kartoffeln rein, gut verrühren. Etwas ziehen lassen.

Hauptspeise: Rind, Schwarzkohl und Gemüsereis

Für die Hauptspeise hab ichs mir leicht gemacht, das geb ich zu. Geschmeckt hats trotzdem allen ;) Also: Etwa 20 bis 30 dag Rindsfilet in Streifen schneiden, in einer Marinade aus Rotwein, Sojasauce, Mirin und viel Knoblauch ziehen lassen.
Schwarzkohl in Streifen schneiden, im Wok ordentlich durchbraten, irgendwo zwischenlagern. Rind mit Chili und dem Knoblauch anbraten, Kohl dazu, mit der Marinade aufgießen und ganz kurz dünsten lassen.
Dazu gabs Reis, gemeinsam mit dem abgeseihten Gemüse aus der Suppe gekocht.

Nudeln mit Crème fraîche und Sojasauce. HMMMMM!!!

Ja, richtig gelesen. Gerade bin ich wieder der Versuchung erlegen. Aber jede(r) hat wohl so ein paar lächerliche Lieblingerichte, die man sich hin und wieder lustvoll reinstopft, wenn gerade keiner zusieht.

Welche schrägen Kreationen gibts da noch? Welche seltsamen Dinge gönnt ihr Meisterköche und -innen euch hin und wieder, wenn ihr zu faul oder zu frivol seid, um euch was „ordentliches“ zuzubereiten? Würde mich echt interessieren!

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