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… heuer durfte er nämlich die Feiertage ungebraten überstehen. Auch Schinken gabs keinen, das Ostermenü im Hause Chickofprey (als Drei-Generationen-Projekt gekocht von Mutter, Tochter & Enkelin Prey) war diesmal etwas atypisch, aber jedenfalls (endlich wieder mal ;)) einen Eintrag wert.

 

Vorspeisen: Lachspaté auf Brunnenkresse, rote Gemüsesuppe

Für die Suppe rotes Gemüse (Karotten, Blaukraut, Paradeiser, Paprika, Rote Rübe, rote Zwiebel), dazu 1 Chilischote und 1 Stück Ingwer entsaften, mit Salz, etwas O-Öl, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, ein paar Koreanderkörnern & einem Schuss Prosecco ca. 1/2 Stunde köcheln lassen.

Für die Lachspaté 100 g Bio-Räucherlachs, 1/4 Zwiebel, 1 EL Crème fraîche, Salz, Dille & eine Handvoll Knödelbrot mit Cutter oder Stabmixer haschieren. Die Masse abschmecken, zu 2 kleinen Würsten formen und jede für sich möglichst ohne luftblasen und luftdicht erst in Klarsichtfolie, dann in Alufolie einwickeln. Ca 15 Min zugedeckt in kochendem Wasser schwimmend sieden. Auskühlen lassen, in Scheibchen schneiden und auf mit Vinaigrette marinierter Brunnenkresse anrichten.

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Zwischengang: Rindsragout auf Frühlingskräuternockerln

Rindsschulter (Biofleisch, eh klar) in kleine Würferl (ca. 1,5 cm Seitenlänge) schneiden. Karotten, Zwiebel, Sellerieknolle und Bauchspeck (Mengen nach Gefühl) in Fett nach Wahl (bei mir wars eine wilde Kombination aus Schweine-, Kalbsnierndl- und Butterschmalz und O-Öl, auf jeden Fall nicht sparen!!) anbraten, immer wieder mit gutem Rotwein aufgießen und laaaang (mindestens bis sich der Zwiebel verkocht hat) dünsten lassen. Gewürzt habe ich mit Salz/Pfeffer, frischem Majoran, Lorbeer, Orangenschale, dunkler Schokolade und (wenig!) Sternanis.

Für die Nockerln einen einfachen Spätzleteig aus Mehl, Ei, Salz, Milch anrühren. Eine Handvoll lokaler Wildpflanzen (Hier: Löwenzahn, Gundelrebe, Taubnessel, Bärlauch, Schafgarbe, Gänseblümchen …) sammeln, im Cutter pürieren, unter den Teig mischen. Spätzle machen, das Ragout darauf anrichten.

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Hauptgang: Seezunge mit Solospargel auf Currysauce

Dieses Gericht ist (c) Mama Prey: Wirkt schlicht, ist sehr raffiniert und bringt vor allem die Geschmäcker der hochwertigen Hauptzutaten optimal raus. Die Filets werden sparsam mit Salz und Pfeffer gewürzt und gemeinsam mit ein paar Oliven in einer O-Öl-Butterschmalz-Mischung in der Pfanne auf den Punkt gebraten, die Spargelstangen im Topf gegart.

Für die wunderbare Sauce brauchts Vorbereitung: Viel Zwiebel und Stangensellerie klein schneiden, in Butterschmalz glasig dünsten, salzen, mit Weißwein ablöschen, reduzieren, wieder mit Wein aufgießen. Immer wieder einreduzieren lassen und mit wenig Wasser aufgießen bis das Gemüse sehr weich ist, dann pürieren. Mit etwas Schlagobers und der Lieblingscurrymischung abschmecken. Alles nebeneinander anrichten, die Sauce über den Spargel gießen. Als Beilage: Erdäpfelsalat mit Brunnenkresse.

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Als Nachspeise gabs endlich was Traditionelles – eine sizilianische Colomba, ganz ohne Foto. Dem Osterhasen hätte sie sicher geschmeckt, aber der hatte ja zu tun :)

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jaja schon gut. lang nimmer, jetzt einmal wieder, tolle esserlebnisse seither, nachgetragen werden sie ja doch nie, so realistisch bin ich längst.

das gestern abend war halt wieder einmal ziemlich gut. nämlich eine forelle auf einem molligweichen karottenmusbett, mit salat im zitrushigh.

das ging so: zuerst roten jasminreis kochen, lange vorher einweichen, der braucht ein bisserl länger, ist aber sehr schön nussig. bei mir kommt da nach wie vor der reiskocher zum einsatz, alles andere endet im desaster. dann gelbe und rote karotten schnippeln und mit einer kleinen zwiebel und einem lorbeerblatt sehr weich dünsten. lorbeer raus, mit ordentlich butter und bisl salz und bisl zitronensaft pürieren, abschmecken.
dann den salat vorbereiten, aus rucola, granatapfel, zedratzitronenscheiben.

erst wenn alles andere vorbereitet ist, das seeforellenfilet (aus österreichischer bio-aquakultur) in butter auf der hautseite knusprig braten, zudecken, von der heißen platte schieben und sehr zart fertiggaren lassen. jetzt die salatmarinade anrühren aus zitronenmarmelad, schafjoghurt, thaibasil, minzessig, olivenöl, salz, pfeffer. das wird so richtig schön cremig, fast majonäsig, jedenfalls herrlich. übern salat kippen, mit den händen durchmischen, finger abschlecken, händewaschen, nichtwahr! essen. bliss.

forelle im zitrushigh

über zedratzitronen hatte ich hier schon einmal geschrieben, diesmal hatte ich sie von st. josef naturkost, 1070 wien. die haben den ganzen winter lang eine großartige zitrusauswahl, große empfehlung für alle, die nicht zu weit weg wohnen. was mit den früchten sonst noch anzustellen ist, hat herr robert hier gebloggt.

ah, und diese zitronenmarmelade – also, die ist mittlerweile dauergast in meinen salatmarinaden. ich hab sie nach diesem rezept gemacht, wenn auch nicht mit meyer lemons, sondern einer anderen dünnschaligen sehr saftigen frühen sorte.

den minzessig hab ich letzten spätsommer angesetzt, der ist watscheneinfach, analog zum holleressig, nur ohne das mühsame käferlrausbeuteln. dazu hab ich sehr viel schokominze verwendet, soweit ich weiß die intensivste minzensorte. für meinen geschmack ist die eh viel zu heftig für tee, aber ideal, um essig zu aromatisieren. die idee dafür ist übrigens geklaut von einem koch in latiom, bei dem ich vorigen august oktopus-bohnensalat gegessen hab, ebenfalls mit minzessig und olivenöl mariniert: ein ganz und gar unerwarteter geschmack, der in erstaunlich vielen salaten sehr grandios kommt.

hab ich was vergessen? ich glaub nicht. mahlzeit.

da fährt schon wieder jemand nach berlin, die nachbarin, und fragt wo man denn da gut essen könnte. ja, da fällt mir schon was ein: für zwischendurch immer gut, wenn auch in manchen der vier filialen (mittelstraße zum beispiel) mit bahnhofsflair, ist ishin. hier kann man qualitätvoll so japanisch essen, wie sich das die japaner gedacht haben, und leisten kann man es sich auch (gibt, siehe website, auch eine unkomplizierte happy hour). nicht nur sushi wie langweiligerweise auf dem foto, sondern auch viele andere dinge, bloß hatte ich sonst leider keine kamera mit. sorry!

dass es derzeit bei ishin kaum tuna gibt, und wenn, dann nur weißen thunfisch, finde ich zusätzlich sympathisch. ach ich will sofort wieder hin! auch wenn ich während meines letzten längeren berlin-aufenthalts feststellen musste: täglich rohen fisch vertrag ich leider nicht, da fangt der magen an zu spinnen. aber es gibt ja auch andere dinge, alles mögliche mit aal zum beispiel, unagi cey-ro – ich darf gar nicht nachschauen auf der online-speisekarte, sonst muss ich weinen dass ich grade nicht in berlin bin.

loriot hat es vorgemacht. der hatte beim kochen auch keine angst vor großen mengen: die zutaten zu meinem lieblingsrezept „nilpferd in burgunder“ sind ein ganzes nilpferd (gewaschen und getrocknet), 2000 liter burgunder, 6-8 zwiebeln, 2 kleine mohrrrüben und einige nelken, gemeinsam 8 bis 14 tage zu kochen, abzutropfen und mit petersilie zu servieren. yay!

ich hab mir also loriots nonchalance zum vorbild genommen, außerdem den satz „platz ist in der kleinsten hütte für ein glücklich liebend paar“ umgedichtet auf „… für eine ganze meute wohlgesonnener geburtstagsgäste“ und gestern abend in meine 35-quadratmeter-winzwohnung fürchterlich viele nette menschen (ich glaub 22 oder so?) eingeladen. die bekoch ich doch mit links!

zuerst haben sie selbstgebackenes brot, zweierlei couscous-salat, hühnerleberaufstrich, chickofpreys genialen erdäpfelkas (bitte um das rezept!!!), käferbohnensalat (hauptzutat: geduld beim kochen der bohnen… 24 stunden eingeweicht, dann nochmal fast 3 stunden im leicht gesalzenem einweichwasser köcheln lassen, wahnsinn! apfelessig, kernöl, salz, pfeffer, petersilie drüber) und den simpelsten aufstrich der welt (man nehme: 30 dag brimsen, ein viertel topfen, sehr viel kernöl, umrühren, fertig) bekommen.

dann, weil warm muss ja auch sein, eine fischsuppe, angelehnt an die ungarische halasz, die klassischerweise mit süßwasserfisch geht. ich hab aus ökonomischen gründen (arg, dass meeresfisch bei uns preiswerter ist als heimischer süßwasserfisch) aber mit msc-wildlachs und pazifischem polardorsch gekocht. letzterer ist leider ein bissel trocken geworden, die sache ist also wohl mit süßwasserfisch wirklich besser.

aber nachdem das feedback so gut war, hier trotzdem das 22-portionen rezept (erfordert einen 10-liter-topf): am vortag hab ich fast halbes kilo schalotten (oder zwiebel) gehackt, und mit viel traubenkernöl und sehr viel scharfem und süßem ungarischem paprikapulver im riesentopf glasig werden lassen. wurzelgemüse (drei packerl suppengrün) und drei große fenchelknollen kleinhacheln und ein bisserl mitrösten. mit einer ganzen flasche weißwein aufgießen, zwei flaschen polpa dazu, außerdem vier liter wasser. ein wenig aufkochen lassen. inzwischen in eine gewürzkugel (sowas wie ein riesiges teesieb) ein paar lorbeerblätter, etliches an schwarzen und weißen pfefferkörnern, zwei esslöffel wacholderbeeren und jede menge thymian geben und die kugel in die suppe hängen.

zwei stangen lauch putzen, kleinschneiden und auch in die suppe rühren. inzwischen sollte der topf dreiviertelvoll sein. wenn man fischfond zur verfügung hat, ist es fein wenn man den reinkippt. ich habe getrickst und zwei fischfond-suppenwürfel (das gibts in spanien in jedem supermarkt, ist aber sicher viel böses glutamat drin) reingetan, aber ohne wärs sicher auch gegangen. erstaunlich übrigens, wie unfassbar viel salz so ein riesenpott suppe braucht!

die gemüsebasis hab ich ca. zwei stunden sanft gekocht, man muss aufpassen dass sich die sache bei dem großen topf nicht anlegt, also lieber auf kleiner flamme und immer wieder umrühren. inzwischen hab ich ca. zweieinhalbhalb kilo tiefkühlfisch (wie gesagt lachs und polardorsch) im kühlschrank langsam auftauen lassen.

am nächsten tag, ein paar stunden vor dem essen, hab ich den fisch in große würfel geschnitten und in die sanft köchelnde suppe getan, und immer wieder umgerührt (vorsichtig, sonst zerfällt der fisch!), damit der fisch gleichmäßig gart und seinen geschmack an die suppe abgibt.

serviert wurde die suppe dann mit einem löfferl sauerrahm für die, die wollten, und gehacktem dill. übrigens nicht von mir, ich hatte mir zu diesem zeitpunkt nämlich mit einem frischgeschenkten wunderschönen brotmesser den finger massakriert und war etwas außer gefecht. klassisch!

zur nachspeis ging es dann wieder: kladdkaka, mit vanille aus mauritius und zimt, lauwarm serviert, mit sauerrahm. für so viele leute hat’s die doppelte menge gebraucht, natürlich.

danke an die lieben gäste fürs kommen, fürs helfen, für die vielen schönen geschenke, und fürs freunde sein sowieso. und danke auch an die nachbarn, die unseren lärm (italo-schmalz! yeah!) bis tief in die nacht ausgehalten haben!

nur mehr eine dose sardinen und ein kanten weißbrot übrig? macht nix. wenn die sardinen zum beispiel von der wunderbaren (spanischen?) marke MIAU sind, mit olivenöl und zitrone eingelegt, dann ist das das reinste festmahl. im besten fall hat man noch ein „bisserl a zeug“ vorrätig, zum beispiel paprika und ein stangenzellerstangerl, und ein paar datteln.

ich hab das altbackene brot in würfel geschnitten und in einer pfanne was von dem fischigen zitronigen olivenöl (nicht sehr) heiß werden lassen, darin die brotwürfel angeröstet. inzwischen hab ich das gemüse und eine handvoll datteln kleingehackt und zum fertig gerösteten brot in die pfanne gegeben, um alles anzuwärmen, aber nicht zu garen. ein schuss balsamico und ein kräftiger spritzer orangensaft aus einer halben bioorange, auf einen warmen teller damit alles nicht gleich auskühlt, und dazu sardinen: süß, fischig, salzig, sauer, erdig-frisch (der stangenzeller), knusprig, knackig, cremig (die sardine) – sehr empfehlenswert! und sehr schnell. etwas eleganter am kleinen teller angerichtet eignet sich das bestimmt auch als gschwinde vorspeise.

freundin frohgemut reist von berufs wegen, und dabei kümmert sie sich manchmal selbst darum, dass was auf den teller kommt. vielen dank für diesen beitrag!

es braucht viel zeit, ordentliches sitzfleisch und eine portion geduld, um sich im peruanischen amazonas einen piranha zu angeln, außerdem rohes rindfleisch, ein stangerl mit nylonschnur und einen haken.

ist der fisch schließlich gefangen (für kenner: es ist ein roter piranha), juchitzt die fischernatur (in diesem fall ich, obwohl ich sonst nie angeln gehe) und will – ganz einstigen (ur)instinkten folgend – das erjagte tier auf den teller bringen. ein grimmiges ergebnis fürs auge, ein eher nüchternes hinsichtlich des kulinarischen genusses: gebraten und mit salz und pfeffer gewürzt, wird der fisch auf einem karg garnierten teller angerichtet (man beachte die gurke, damit der fisch auch aufrecht steht).

jetzt heißt es: gräten ablösen und mühsam das wenige fleisch abnagen bzw. abzuzeln. schmeckt nach, hm, fisch. eventuell ein wenig nach forelle. macht definitiv nicht satt. der vorteil eines solchen essens liegt im abenteuer – und im abgenagten piranha-gebiss, das sich in ein kurioses schmuckstück verwandeln lässt.

der piranha-trip im peruanischen regenwald war diesen sommer teil eines ausflugsprogramm einer luxuskreuzfahrt auf der delfin II von delfin amazon cruises. empfehlenswert für reisende auf der suche nach exquisitem abenteuer. mehr reisestorys findest du in frohgemuts welt :).

(fotohinweis: maria schoiswohl)

ich entschuldige mich vorab: ich bin hemmungslos. weil das, wozu ich letztes wochenende eingeladen war, einfach zu schön, ja wirklich idyllisch war, um mit weniger fotos dokumentiert zu werden. wohlan: meine erste lechpartie, am ufer des altausseersees!

einfach touristisch buchen kann man die teilnahme an so einer veranstaltung nicht, dazu sind die termine (etwa 20 im jahr, während der laichzeit der saiblinge zwischen september und anfang november) zu selten. man muss entweder familien- oder wohl auch oftmals institutionsintern einen termin „besitzen“ (und den gibt dann keiner wieder her, der nicht auf den kopf gefallen ist) oder eingeladen werden – so wie ich, zum glück!

der begriff „lechen“, so wurde mir erklärt, kommt entweder vom „laichen“ der fische, eine lechpartie ist damit sowas ähnliches wie ein erntedankfest für fischer. oder es kommt vom „selchen“ – denn die saiblinge, die hier gefeiert werden, werden vor dem braten am offenen feuer fast einen tag lang geselcht.

zuständig für die saiblinge ist der fischmoasta sepp, der dafür sorgt, dass die ausgenommenen fische mindestens 20 stunden in einer sur im verhältnis von 6 liter wasser auf ein halbes kilo salz bleiben. danach werden die saiblinge längs auf schmale holzscheitln gesteckt und rund um das feuer in der lechhütte aufgereiht, wo sie dann etwa 2 stunden lang garen. er ist der einzige, der mit der zille, dem langgestreckten boot, mit dem fisch und den getränken bis zur hütte am hinteren seeufer gefahren ist. wir anderen sind die vier kilometer zu fuß gegangen.

was den altausseersee auszeichnet, ist nämlich unter anderem, dass er rundum von hohen bergen umgeben ist. nur ein schmaler fußweg (und eine für die öffentlichkeit gesperrte forststraße etwas höher am hang) führen bis zur seewiesn ans hintere ende des sees. durch diese lage ist es oft windstill, die wasseroberfläche spiegelglatt und das gesamte bergpanorama doppelt zu sehen. das alles macht eine seeumrundung zu einem reizvollen spaziergang, bedingt aber auch, dass im sommer ein platzregen einen badenachmittag zu einer etwas mühseligen sache werden lässt, weil der weg bis zum geparkten auto unweigerlich ein paar kilometer weit ist. die ausseerland-idylle muss man sich manchmal hart erkämpfen!

wichtig beim vorbereiten der saiblinge fürs aufspießen ist, dass beim ausnehmen am fischbauch an zwei stellen ein steg von haut bleibt, sonst fällt der fisch in die asche. in der hütte ist es natürlich gewaltig rauchig, aber schön warm, und das ist ende oktober gegen abend schon ein guter grund, den selchgeruch im gewand gern zu akzeptieren. die art des holzes ist übrigens nicht relevant, weil der fisch seinen geschmack im wesentlichen durch das selchen vorher schon hat, und am feuer nicht mehr geräuchert wird.

außerdem ist der blick aus den fenstern der lechhütte bestechend schön. und ja, ich hab zirka dreißig solche fotos, aus allen fenstern und allen perspektiven und in allen stadien des sonnenuntergangs.

während der fisch fertiggart, wird draußen die zuspeis hergerichtet: die selbstgebackenen flesserl hat ein gast mitgebracht, der oberskren wird vor ort zusammengerührt (aus handgeschlagem obers und frisch gerissenem kren und ja, wenns versalzen war bin ich schuld. war aber nicht, find ich!)

voilà, hier der star des nachmittags: der saibling! wunderbarerweise gab es einen ganzen fisch pro nase, so macht man mich glücklich.

die haut lässt sich ganz leicht ablösen, das fleisch fällt beinah von selbst von den gräten und ist feinwürzig, mild salzig und sensationell gut. nur einmal, als ich warm geräucherten lachs frisch aus schweden bekommen hab, hab ich ein ähnlich nachdrückliches fischerlebnis gehabt. aber was die allround-erfahrung betrifft, gewinnt der saibling um längen!

später am abend kam noch eine musi, bass, gitarre und zieharmonika. die drei haben teils fürchterlich dreckige (was ich aber kaum verstanden hab, danke an den altausseer bzw. grundlseer dialekt an dieser stelle), in jedem fall aber kitschfrei stimmungsvolle lieder gesungen und gespielt. inzwischen hat der fischmoasta drinnen am feuer einen topf mit quellwasser heiß werden lassen und in einem zweiten topf fürchterlich viel rum, einen schwarzteebeutel und zwei kellen zucker gewärmt. mit ein bisserl wasser aufgegossen heißt das dann lupitscher, und lässt jeden noch so brutalen jagatee (nicht dass ich mich damit auskennen würd) wie ein kindergartengetränk aussehen. oh ja.

und während wir uns drinnen am feuer und am alkohol gewärmt haben, haben draußen die gefiederten nachbarn ihr revier wieder in beschlag genommen: ente gut, alles gut.

danke an die familie sch. für die hinreißende, unvergessliche, liebenswürdige einladung!!!

eigentlich sollte das hier ein „essen unterwegs“ beitrag werden, weil ich mit der aufarbeitung meines kulinarisch hochinteressanten italiensommers noch nicht einmal halb begonnen hab. statt aber jetzt allen mit fotos eines ambitionierten, etwas überteuerten menüs aus dem slow food-empfohlenen agli angeli in gardone riviera am gardasee den mund wässrig zu machen, bin ich lieber konstruktiv und stell hier meine variante eines einzelnen gerichts ins esszimmer. die große stärke des agli angeli ist nämlich süßwasserfisch aus der gegend, spektakulär angerichtet, aber letztlich ohne großes theater zubereitet, sodass eine forelle auch nach forelle schmecken darf und sich nicht neu erfinden muss – slow food eben.

die einfachheit hiervon hat mich sehr beeindruckt: leicht geräuchertes forellentartar auf friseesalat, mit ein bisserl schnittlauch, ein bisserl olivenöl, vielleicht ein bisserl weißem balsamico oder zitronensaft mariniert, und mit ein bisschen sojasauce und ein wenig mildem joghurt und wunderbaren knusperbrotscheibchen serviert.

im älplerischen nachbau ergibt sich eine variation: statt forelle ist es bei mir, weil gerade verfügbar, kalt geräucherter saibling von den bundesforsten in bad aussee (anderswo in österreich von den fischbauern zu bekommen), statt friseesalat gurke (am liebsten diese kleinen, die ein bisserl nach wassermelone schmecken) und stangenzeller in miniwürferl geschnitten. über das grünzeug etwas zitronensaft und olivenöl. wer unbedingt will noch ein bisserl pfeffern und salzen, ist aber nicht notwendig, weil der fisch normalerweise intensiv genug ist.

dazu mildes joghurt und geröstetes vollkornbrot oder vollkorntoast. eventuell auch noch ein schüsserl mit sojasauce dazustellen.

und das ist so supersimpel und sensationell gut dass ich dafür jeden anderen vorspeis-chichi stehen lass. nachbau dringend empfohlen!

Den ersten frischen Spargel heuer bekommen, und zwar so richtig ganz, ganz frischen. Noch nicht mal einen Tag lang aus der Erde. Und weil ich das junge Gemüse am liebsten gar nicht solo weichgekocht, sondern knackig gebraten mag, egal ob grün oder weiß, entstand dieses sehr feine Pastarezept für 4:

200 g Penne rigate kochen. Inzwischen 1 kleine Zwiebel in ganz kleine Würfel schneiden, mit etwas Zitronenschale und wenig Chili in wenig O-Öl anrösten.
1/2 kg Spargel(-bruch) in ca. Penne-große Stücke schneiden, dazugeben. Pfeffer, etwas Minze, Salz dazu, unter Rühren weiter rösten. Wenn alles leicht bräunt, mit einem kräftigen Schuss Apfelsaft ablöschen. 50 ml Schlagobers dazugeben. Zugedeckt den Spargel bissfest kochen lassen. Abschmecken.
Nochmals 50 ml Schlagobers und 2 in grobe Würfel geschnittene Fischfilets (am besten was Weißes wie Zander oder Forelle gar) dazugeben, kurz aufkochen lassen, dann die fertigen Nudeln reinmischen. Auf den Teller, mit frisch geriebenem Kren servieren.

ich wusste zuerst nicht genau, was ich mir da gekauft hatte: geräucherter dorschrogen, das klingt luxuriös. aber warum der so fürchterlich bitter sein muss im nachgeschmack? angeblich ist der dorschrogen aus der dose weniger bitter, ich hab meinen zur strafe für die bitterkeit dazu verdonnert, mit sauerrahm, crème fraiche, schnittlauch, salz und etwas limettensaft eine innige verbindung einzugehen.

diese creme, die nur mehr minimal bitter ist (und das steht ihr sogar recht gut), ist eine wunderbare beilage zu blini, und die gehen so: drei oder vier mehlige erdäpfel kochen, noch heiß (!) schälen, mit der gabel (oder der kartoffelpresse) zerdrücken. ein paar schluck milch, ein ganzes ei, salz und muskat darunterrühren und zwei oder drei löffel mehl hineinstauben, damit die sache etwas bindet. 10 minuten stehenlassen, noch einmal durchrühren und in einer pfanne in heißem butterschmalz blini herausbacken. ich weiß beim besten willen keine genauen mengenangaben, die sache ist jedenfalls sehr sättigend, als vorspeise reicht ein blini mit einem durchmesser von 15 cm pro person (oder eine kleine handvoll blini-schmarrn, wenn die ersten, so wie bei mir, nicht gelingen…).

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