aaach! mangold, sinnlos, oder? aber manchmal wird einem einfach vorgesetzt, was man zu verkochen hat. ein witz, eine woche lang hab ich mich eh erfolgreich geweigert, aber – ich werd doch nicht vor blattgemüse zurückschrecken! unterstützung hol ich mir eben. schließlich: wozu hat man twitter-follower?

hm, das setzt aber voraus, dass ich erstmal einen lammbraten mach… geht nicht gleich beides auf einmal, lamm und mangold?

wie, auslösen? hab ich noch nie gemacht! panik! zwei lammstelzen vom knochen runterfitzeln? ich, die sich bei JEDER gelegenheit in die finger schneidet? und überhaupt, ich will nicht mangold kochen müssen!

hihi so gefällt mir das!

schon gut, schon gut, frau ente. aber…

da schaltet sich frau esskultur ein:

ui so viele vorschläge! der mangold ist doch vielseitiger als ich dachte!

so, aber zuerst werden die stelzen ausgelöst… puuuh, geschafft, ohne verletzungen. mangold in streifen geschnitten, zuerst den dicken stiel, dann auch die grünen bletschen in weißwein mit salz und pfeffer blanchiert, und das ganze in die lammfleischlappen eingewickelt, mit sauerrahm (feta oder topfen war keiner da), und das ganze mit zahnstochern zu zwei etwas archaischen fleischkugeln zusammengemoppelt. schön war das ja nicht so:

aber wer wird denn meckern, immerhin hab ich mich drübergetraut! dann hab ich die beiden fleischtrümmer und die knochen im schweren schmortopf rundum in olivenöl angebraten, mit einer halben flasche weißwein aufgegossen, zugedeckt und bei 120 grad rein ins rohr. und die erfolgsmeldung:

nicht jeder kocht grade, manche machen auch heimkino am sonntag, aber irgendwie zieht sich da ein motiv durch den nachmittag:

so, das lamm ist versorgt, jetzt wirds zeit für mein erstes mittels twitpic gepostetes bild: yay!!!

nein, hamma nicht, leider. frischen rosmarin gabs nimmer im gschäft, und der trockene ist aus. und ja, das „Addthis“ lösch ich beim nächsten twitpic weg.

zum trost hab ich das lampl noch mit ein bisserl honig, meersalz und pfeffer und ein bissl frisch gemörsertem fenchelsamen eingerieben. während das vieh zirka anderthalb stunden sanftest schmorte, hab ich den restlichen mangold (juhu, ich hab ihn besiegt!) auch blanchiert.

den sehr sauren weißweinsud hab ich gegen ende aus dem schmortopf abgeschöpft, ihn in einem extratopf einreduziert und mit einem spritzer sojasauce, einem löfferl honig, salz, pfeffer und dem saft einer ganzen bioorange abgeschmeckt und mit der schale (in stücken, nicht gerieben) der orange ziehen lassen. am ende abgeseiht und noch ein bisserl sauerrahm für mehr körper reingequirlt.

und das ergebnis? was soll ich sagen: die fleischkonsistenz wie zartestes marzipan, der geschmack himmlisch. sogar der vom mangold! ich geb zu, das schmeckt sogar fast ein bisserl wie spargel. ich glaub, ich hab noch nie so ein gutes lamm gegessen.

ja, mich auch. nur leider war die gier so groß, das das abschlussfoto verschwommen ist. soll nix schlimmeres passieren. jedenfalls: mangold jagt mir keinen schreck mehr ein! danke, #followerpower!