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wenn man was eine stunde lang kochen muss, bis es genießbar ist, gilt die kategorie „schnelles abendessen“ vermutlich nicht so ganz. aber die nettoarbeitszeit für das abendessen, das ich mir grad gebastelt hab, war wirklich minimal.

ich bin ja sehr für saisonales kochen, vor allem wenn grade artischockensaison ist. zu meiner freude gibt’s dieser tage in vielen österreichischen supermärkten italienische bio-artischocken, und die kommen jetzt fast täglich auf den tisch. zuerst müssen die harten knospen mit einem sehr scharfen messer großzügig von allen seiten beschnitten werden. nicht schrecken, sie werden dabei signifikant kleiner, das muss aber so sein! den stängel kann man am einfachsten mit dem sparschäler schälen, wegschneiden wäre schade.
die zurechtgeschnippelten artischocken müssen dann schnell (sonst werden sie braun) mit einer halbierten und ausgequetschten zitrone und ihrem saft, einem löffel zucker und einem löffel meersalz und in einen topf mit wasser, die sache zum sanft kochen bringen und ungefähr eine stunde in ruhe köcheln lassen. damit sie nicht auf der oberfläche schwimmen, mit einem teller beschweren. ja, man kann sich sehr leicht die pfoten verbrühen, wenn man nach einer stunde den teller wieder rauszufischen versucht. das ist die sache aber wert.

inzwischen hab ich aus fettem joghurt, bisserl sauerrahm, zitronenschale und sehr viel schnittlauch eine schnittlauchsoße zusammengerührt, und als die artischocken schon so ziemlich gar waren, im zitronensauren kochwasser noch ein ei pochiert. auf dem teller gabs ein bisserl guten balsamico und orangenöl über die artischocke, pfeffer drüber und und brot dazu, und so gut wars! hab nur ein paar wenige blätter weggeben müssen, weil sie zu hart und faserig waren. diese pollenfreie sorte frühlingsblumen kanns meinetwegen gerne jeden tag geben.

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wie machen die anderen das immer? perfekte fotos sensationeller gerichte, ideal ausgeleuchtet, mit wunderbaren farbkontrasten, scharf und appetitanregend? ich schaff das ja nur in den seltensten fällen, meistens ist der hunger die gier so groß, dass ich nur schnell noch aufs auslöserknopferl drücken kann, und dann fall schon ich übers essen her – erst recht, wenn es gelungen ist. klar, bei professionellen foodfotografen schließt sich sowas von selbst aus (da sind ja allerlei fiese sachen auf dem teller versteckt, damit das ganze schön aussieht) – aber wie machen das all die hobbyfoodblogger? na, egal:

mestolo schreibt, dass sie diese hauchdünne knusperpizza praktisch ständig macht und sich schon einfallslos vorkommt, wenn sie das immer wieder verbloggt. aber die ist ja eine von den multitalenten, die fotografieren können im gegensatz zu mir. insofern kann sie das auch noch hundertmal backen, mit immer wieder neuen hinreißenden belag-varianten, und es wird jedesmal wieder ein lese- und schaugenuss sein! der beweis: hier, hier und hier.

ich hab das rezept jetzt innerhalb von 20 stunden gleich zweimal nachgemacht, und bin total hingerissen. bei mir war der belag heute sauerrahm (mit pfeffer und salz), mangold, ein bisserl camembert und ein rest sehr salziger salami, und dann obendrüber ein paar spritzer orangenöl – göttlich. gestern war auch sauerrahm drunter, und drauf war die eine hälfte belegt mit selbst gekochten zitronigen artischocken und camembert, die andere (noch viel bessere) mit chicoree und gorgonzola dolcelatte. mmmmmh! wunderbar zum gemüse-, käse- und wurstrestlverwerten.

der teig geht nach mestolo so: 20 deka weizenmehl (glatt oder griffig, geht beides), 2 esslöffel hartweizengrieß (ich hab mangels hartweizengrieß und weil ichs nicht besser wusste, „normalen“ weichweizengrieß genommen, auch kein malheur), eine prise salz, 130 ml kaltes wasser, und 5 g frische hefe (oder zwei prisen trockenhefe; frische hefe im wasser auflösen). den teig kneten und laaaaaang stehenlassen, am besten über nacht, gern im kühlschrank, dann hält er auch drei tage.

25 min vor der essenszeit das rohr (mit dem backblech!) auf 250 grad vorheizen (oder ein noch warmes rohr vom brotbacken nutzen), den teig drei millimeter dünn auf einem backpapier ausrollen, belag wie’s beliebt, die pizza mitsamt dem papier flach auf das brennheiße bleck ziehen und dann rein in die hitze. nach 10 bis 15 min ist die sache sensationell knusprig und sooooooooooooooo gut! danke für die inspiration, wird ins alltagsrepertoire aufgenommen – und taugt auch bestens als schnelle vorspeise bei größeren esszimmermenüs.

aaach! mangold, sinnlos, oder? aber manchmal wird einem einfach vorgesetzt, was man zu verkochen hat. ein witz, eine woche lang hab ich mich eh erfolgreich geweigert, aber – ich werd doch nicht vor blattgemüse zurückschrecken! unterstützung hol ich mir eben. schließlich: wozu hat man twitter-follower?

hm, das setzt aber voraus, dass ich erstmal einen lammbraten mach… geht nicht gleich beides auf einmal, lamm und mangold?

wie, auslösen? hab ich noch nie gemacht! panik! zwei lammstelzen vom knochen runterfitzeln? ich, die sich bei JEDER gelegenheit in die finger schneidet? und überhaupt, ich will nicht mangold kochen müssen!

hihi so gefällt mir das!

schon gut, schon gut, frau ente. aber…

da schaltet sich frau esskultur ein:

ui so viele vorschläge! der mangold ist doch vielseitiger als ich dachte!

so, aber zuerst werden die stelzen ausgelöst… puuuh, geschafft, ohne verletzungen. mangold in streifen geschnitten, zuerst den dicken stiel, dann auch die grünen bletschen in weißwein mit salz und pfeffer blanchiert, und das ganze in die lammfleischlappen eingewickelt, mit sauerrahm (feta oder topfen war keiner da), und das ganze mit zahnstochern zu zwei etwas archaischen fleischkugeln zusammengemoppelt. schön war das ja nicht so:

aber wer wird denn meckern, immerhin hab ich mich drübergetraut! dann hab ich die beiden fleischtrümmer und die knochen im schweren schmortopf rundum in olivenöl angebraten, mit einer halben flasche weißwein aufgegossen, zugedeckt und bei 120 grad rein ins rohr. und die erfolgsmeldung:

nicht jeder kocht grade, manche machen auch heimkino am sonntag, aber irgendwie zieht sich da ein motiv durch den nachmittag:

so, das lamm ist versorgt, jetzt wirds zeit für mein erstes mittels twitpic gepostetes bild: yay!!!

nein, hamma nicht, leider. frischen rosmarin gabs nimmer im gschäft, und der trockene ist aus. und ja, das „Addthis“ lösch ich beim nächsten twitpic weg.

zum trost hab ich das lampl noch mit ein bisserl honig, meersalz und pfeffer und ein bissl frisch gemörsertem fenchelsamen eingerieben. während das vieh zirka anderthalb stunden sanftest schmorte, hab ich den restlichen mangold (juhu, ich hab ihn besiegt!) auch blanchiert.

den sehr sauren weißweinsud hab ich gegen ende aus dem schmortopf abgeschöpft, ihn in einem extratopf einreduziert und mit einem spritzer sojasauce, einem löfferl honig, salz, pfeffer und dem saft einer ganzen bioorange abgeschmeckt und mit der schale (in stücken, nicht gerieben) der orange ziehen lassen. am ende abgeseiht und noch ein bisserl sauerrahm für mehr körper reingequirlt.

und das ergebnis? was soll ich sagen: die fleischkonsistenz wie zartestes marzipan, der geschmack himmlisch. sogar der vom mangold! ich geb zu, das schmeckt sogar fast ein bisserl wie spargel. ich glaub, ich hab noch nie so ein gutes lamm gegessen.

ja, mich auch. nur leider war die gier so groß, das das abschlussfoto verschwommen ist. soll nix schlimmeres passieren. jedenfalls: mangold jagt mir keinen schreck mehr ein! danke, #followerpower!

es ist ungefähr anderthalb jahre her, da hab ich im skopik & lohn knusprigen schweinebauch gegessen – und der hat mich seither verfolgt: kein klassisches kümmelbratl, keine asia-sau, sondern eingerieben mit diesem hinreißend fiesen spanischen, etwas geräuchert schmeckendem pimiento, den ich damals nicht benennen konnte und den ich nur aus der chorizo kannte, mit einer wundervollen knusperkruste und marzipanzartem fleisch.

das ganze scheiterte erst einmal daran, dass mir der spanische paprika fehlte, aber den hab ich dann bei einem madridbesuch mitnehmen können. nur: woher das rezept bekommen? via twitter hat mir die wunderbare frau dr. ente nach langem hin und her – nein, klassisches kümmelbratl sollte es nicht werden – ein rezept rausgesucht, das in chili und ciabatta bereits nach einem essen&trinken-rezept variiert wurde. davon ausgehend hab ich mich weitergehantelt – mit geschmacklich sensationellem, konsistenztechnisch leider mäßigem erfolg, der mich aber nur anspornt. anfangen muss man jedenfalls einen tag vor dem geplanten verzehr:

ich wär da ja nie draufgekommen – aber als erstes wird der schweinebauch (knochen ausgelöst, aber mit eingepackt) nämlich gekocht, in kaltem wasser, mit anderthalb teelöffeln salz, den knochen, fast einem achterl sojasauce, einem kompletten geputzten suppengrün, kümmel, ingwer, sternanis, knoblauch und chili. während die sau genau nach rezept vor sich hinköchelt, hab ich mich für die marinade zu einer variation entschieden:

ein esslöffel meeressalz, ein teelöffel kümmel, ein halber teelöffel piment d’espelette und ein halber teelöffel eines spanischen geräucherten paprikapulvers im mörser zerrieben…

… und mit einem esslöffel waldhonig, einem schuss olivenöl und ein paar esslöffeln vom sau-sud (damit sich der honig auflöst) zu einer homogenen paste verrührt.

nach anderthalb stunden mildem köcheln hab ich den gegarten schweinebauch rausgefischt und die haut kreuzweise eingeschnitten, das ging jetzt natürlich viel leichter als bei der ungekochten sau.

der sau-sud ist inzwischen eine paradiesisch duftende, intensive brühe, in die ich mich am liebsten reingesetzt hätte. es bleibt am ende zum glück noch genug übrig, um sich noch ein süppchen mit nudeln draus zu machen. ach, ich muss eindeutig mehr mit sternanis kochen! jedenfalls hab ich den sud abgeseiht und fürs erste beiseite gestellt.

den schweinebauch hab ich auf der fleischseite mit der marinade eingerieben, und sobald er ausgekühlt war, ihn fest in klarsichtfolie eingewickelt und über nacht in den kühlschrank gestellt.

als zuspeis hab ich mir überlegt, kraut zu machen – und zwar mit der guten brühe als basis. dazu hab ich das kraut fein geschnitten (vermutlich sollt ich mir trotzdem einmal einen krauthobel zulegen) und in einem topf mit einem halben liter von der brühe gedünstet, ein paar esslöffel apfelessig dazu, abgeschmeckt hab ichs dann am tag darauf – es war aber eigentlich nix mehr großartig zu ergänzen.

am tag des essens hab ich den schweinebauch, mit der schwartenseite nach oben, etwa anderthalb stunden bei 140 grad im rohr gegart, und vor dem essen dann vorschriftsmäßig noch ein paar minuten auf oberster schiene im rohr drübergegrillt – und hier hätte jezt die knusprige kruste entstehen sollen. passierte aber einfach nicht! keine ahnung wieso, es war etwas enttäuschend. hat mir (und, so behaupteten sie, meinen gästen) aber trotzdem nicht viel gemacht, weil der geschmack so spitze war. natürlich wars ein bisserl eine enttäuschung, aber nur formal.

als vorspeis gabs zuerst mini pizzette mit radicchio und gorgonzola dolcelatte, untendrunter eine schicht sauerrahm mit pfeffer und salz. supersimpel, sehr fein.

dann gabs den unsichtbaren salat nach biolek/witzigmann, den frau esskultur hier so detailliert verbloggt hat, er ist wirklich unwiderstehlich und trägt den namen „unsichtbar“ nicht zu unrecht: diesmal waren die avocados unsichtbar, ich hatte zwar zwei kleine schöne hass-avocados gekauft, aber irgendwie haben sie sich beim salatzubereiten versteckt. war aber trotzdem gut! dazu gabs selbstgemachtes no-knead-brot, einmal hell, einmal dunkel.

zum schweinsbraten gab es das kraut, und dazu noch ein erdäpfel-selleriepüree, mit nur ein bisserl sellerie, das hat sehr gut gepasst. wie in dem ursprünglichen rezept hatte ich aus einem teil der schweinebrühe, orangensaft und -schale und frischem basilikum eine unglaublich tolle sauce gebastelt, und die war sehr unwiderstehlich.

insgesamt also: die geschmäcker waren traumhaft, auch die restln lassen sich trefflich weiterverwenden (restliche soße und bratlfettn aufs brot, detto dünn aufgeschnitten der braten, und die brühe mit nudeln als suppe), aber die konsistenzen waren suboptimal, leider: das fleisch war ein bisserl zach – nicht sehr, aber weit weg von marzipanartig. und die kruste hat einfach nicht stattgefunden.

was war los? vermutlich doch zu viel garzeit insgesamt. frau esskultur hat mir mittlerweile zwei andere rezepte verlinkt: die französische variante und eine weitere asiatische, und die nennen jeweils kürzere garzeiten, obwohl da das fleisch auch zuerst gekocht wird. ich werd das also wieder probieren. und es wird hier zu lesen sein, versprochen!

nachspeis war übrigens wiedermal: kladdkaka. hat noch nie geschadet. mmmmh, lauwarm, mit sauerrahm.

tags darauf: vollkorn-no-knead-bread, schicht senf und bratlfettn, salat, kalte sau. mmmmmmmmmmh.

da fährt schon wieder jemand nach berlin, die nachbarin, und fragt wo man denn da gut essen könnte. ja, da fällt mir schon was ein: für zwischendurch immer gut, wenn auch in manchen der vier filialen (mittelstraße zum beispiel) mit bahnhofsflair, ist ishin. hier kann man qualitätvoll so japanisch essen, wie sich das die japaner gedacht haben, und leisten kann man es sich auch (gibt, siehe website, auch eine unkomplizierte happy hour). nicht nur sushi wie langweiligerweise auf dem foto, sondern auch viele andere dinge, bloß hatte ich sonst leider keine kamera mit. sorry!

dass es derzeit bei ishin kaum tuna gibt, und wenn, dann nur weißen thunfisch, finde ich zusätzlich sympathisch. ach ich will sofort wieder hin! auch wenn ich während meines letzten längeren berlin-aufenthalts feststellen musste: täglich rohen fisch vertrag ich leider nicht, da fangt der magen an zu spinnen. aber es gibt ja auch andere dinge, alles mögliche mit aal zum beispiel, unagi cey-ro – ich darf gar nicht nachschauen auf der online-speisekarte, sonst muss ich weinen dass ich grade nicht in berlin bin.

manche verzichten auf facebook und twitter, andere auf alkohol und zigaretten, wieder andere klassisch auf fleisch. ich hab mir vorgenommen, in der fastenzeit ausnahmsweise (nein, eigentlich ab jetzt möglichst immer) nachzudenken, wenn mir was nicht einfällt, anstatt sofort in wikipediaimdbleoblogospheresonstwo nachzuschauen. vielleicht ist das auch sowas wie ein fastenvorsatz, ich hoffe jedenfalls, es hilft bei der entrostung des hirns. (donald sutherland ist mir heute immerhin schon eingefallen! blixa bargeld allerdings nicht, nicht um die burg! vielleicht sollte ich walnüsse essen? die helfen ja angeblich auch…)

die fastenzeit hat aber auch erfreuliche aspekte: in oberösterreich, der steiermark und teilen salzburgs gibts in der fastenzeit (meistens aber schon seit neujahr) bei den bäckern etwas, das ich schon als kind sehr gern mochte, nämlich fastenbeugln. die sind eng verwandt mit den amerikanischen bagels und werden ebenso vor dem backen gekocht.
im teig ist üblicherweise kümmel, und sie sind, wie man unten sieht, viel dünner als bagels. und überhaupt unwiderstehlich knusprig! wobei es verschiedene varianten gibt: ich erinnere mich, dass mir in meiner kindheit eine tante aus st. florian jedes jahr steinhart getrocknete beugln mitgebracht hat, an einem wunderschönen feuerroten geschenkband aufgefädelt, die ich in den folgenden wochen nach und nach beim lesen mit begeisterung aufgeknabbert hab. vielleicht krieg ich ja wiedermal welche? hmmmm… das ist, fällt mir ein, auch jene tante, die dann zu ostern immer ein überdimensionales, für ein kindergartenkind wirklich gigantisches briochekipferl mitgebracht hat, an dem wir dann mehrere tage gegessen haben. schön wars!

leider hab ich in meiner sammlung altertümlicher österreichischer kochbücher kein einziges rezept entdeckt, vermutlich weil die bücher fast alle wienerisch sind. im netz ist es aber nicht schwer, eine anleitung zu finden. ein bisserl schreckt mich ja der teil mit dem kochen ab, aber womöglich stell ich mir das auch zu schwierig vor.

die fastenbeugln auf dem foto sind allerdings in bad aussee gekauft, und wurden zugegeben nicht besonders fastenmäßig verspeist. sooo gut! hm, vielleicht sollt ich doch am wochenende zum fastenbeuglbacken anfangen, in wien weiß ich nämlich bislang noch keinen nahversorger, der die führt.

achtung, mögliche begriffsverwirrung: beugln (ohne fasten) sind böhmische süße kipferln, mit nuss oder mohn gefüllt, und im übrigen auch sehr gut.

nachtrag: auch bei der aida hat sichtbar die fastenzeit begonnen.

2. nachtrag: jetzt endlich richtig fasten, mit den großteils formschönen beugln vom gragger:

heut ist faschingsdienstag, und dieser beitrag ist aus mehrerlei gründen ein witz. erstens, wer will erst faschingdienstag am späten nachmittag erfahren, wo er die besten krapfen von überhaupt kriegt? und zweitens, wo sind jour doux #2 und #1?

immer der reihe nach.

die werten damen esskultur, ente und titilaflora haben letzten herbst im zuge einer twitter-conference zum umstrittenen thema punschkrapferl – wie soll es idealerweise schmecken? fettglasur, zuckerglasur? aranzini janein? (wäääh!) schokoanteil im punschteig? etc. – beschlossen, einen punschkrapferl-test zu veranstalten. da die drei könnerinnen sind, war das ganze unter dem titel jour doux natürlich nicht nur sehr wissenschaftlich, sondern auch spannend nachzulesen, und zwar hier, hier und hier, und ich hab mich flugs frech beworben, um bei einem allfälligen zweiten termin dabeisein zu dürfen.

jour doux #2 fand statt, ende november, zu maroniherzen, und wurde von den anwesenden damen weltbeobachterin, ente, titilaflora und esskultur wunderbar verbloggt. ich war zwar anwesend und schön goschert, aber wie üblich zu faul um drüber zu schreiben. mal sehen ob das noch passiert, eines tages. ich zweifle heftig. nicht zuletzt deswegen, weil das magenweh beim gedanken an maroniherzen immer noch nicht ganz abgeklungen ist. schön war das nicht.

jedenfalls, jour doux #3 zum naheliegenden thema faschingskrapfen ist auch schon wieder ein paar tage her, und auch diesmal waren, überraschung!, andere schneller, darüber zu schreiben. ich wollt eigentlich nur kundtun, dass ich es immer schon wusste: jindrak aus linz macht nicht nur die besten krapfen die ich kenne, sondern ist unumstrittener sieger unter 23 teilnehmern, aus 3 bundesländern, und hat im blindtest von 12 zungenfertigen testerinnen und testern eindeutig gewonnen!

und ich sag euch, wenn eine wie die frau esskultur vorsitzende eines solchen testes ist, dann ist das kein kindergeburtstag: da gibts genaue richtlinien, dann einen halbstündigen vortrag über die details der krapfenherstellung (rum im teig, nicht in der marmelade, dann: fett muss heiß genug sein, sonst sauft sich der krapfen damit an, marmelade wird gern aus kostengründen gestreckt mit apfelmus – böse!), und DANN erst gehts ans eingemachte, pardon, ans gebackene.

weitere stockerlplätze gingen an die krapfen von brandl in linz (die innere oberösterreicherin jubelt gleich doppelt) groissböck, und an die von der kurkonditorei oberlaa. weiters haben mitgemacht: café central, café europa (mühlenbrot), demel, gragger, heiner, meinl am graben (kasses), sluka, woloszyn, pauser „der zuckerbäcker“, blocher, groissböck, hübler, klement, olsböck, aida, gerstner, ströck, honeder (linz), urbann (wels), café bazar (salzburg). eine liste mit preisen und der genauen reihung gibts gerne auf anfrage, aber wir wollen hier ja niemanden beleidigen. frau weltkulturbeobachterin hat übrigens hier schon einen sehr superen beitrag dazu geschrieben. einen schöneren einstieg kann man sich kaum wünschen… und auch frau ente ist mir lang zuvorgekommen – hier!

jetzt aber gschwind online stellen – und eins noch: ich hab heut zum frühstück allen ernstes den totalen verlierer nochmal gekauft, weil ich mir dachte, eine chance geb ich ihm noch. und, was soll ich sagen: schnell war er weg! is ja nicht alle tag faschingsdienstag.

ps: ich geb zu, die fotoausbeute ist etwas ernüchternd, aber es wurde derart viel geknipst dass ich selber ganz drauf vergessen hab… dabei is wirklich unglaublich, wie unterschiedlich krapfen ausschauen können!

pps: wer lieb fragt, kriegt jetzt ein essiggurkerl.

ppps: hier jetzt frau esskulturs beitrag. mit überlebenstipps bei aschermitwöchnerischem krapfenentzug: die siegerkrapfen gibts nämlich noch, zumindest eine zeitlang. phew.

ich hab ja im grunde ganz andere dinge zu bloggen. da war ich in berlin, beim kulinarischen kino, in london, hab spannende dinge gegessen und fotografiert, und an zwei sehr wunderbaren verkostungen durfte ich auch teilnehmen. aber wenns schnellschnell gehen muss, ist halt nur zeit für das wunderbare no-knead-brot von mark bittman, dem mittlerweile hier im esszimmer schon zwei beiträge gewidmet sind, hier und hier.

ich finde, jetzt ist aber wiedermal zeit für einen, der mut macht: ich hab das brot mittlerweile ausprobiert im normalen blechtopf, mit glasdeckel (macht spaß weil man zuschauen kann), im römertopf, im großen und im kleinen gusseisentopf, und es hat jedesmal funktioniert. also nur mut, lediglich plastikgriffe vertragen sich nicht mit dem topfbrot!

und neulich auch endlich einmal mit variiertem rezept. einmal hab ich von den ursprünglich 435 gramm weizenmehl 10 deka mit weizenvollkorn und 10 deka mit roggenmehl ersetzt, außerdem zwei esslöffel brotgewürz (fenchel, anis, kümmel).

hat bestens funktioniert, ist schön gegangen. im ganzen hab ichs in der abendsonne fotografiert, aufgeschnitten wars dann leider bei kunstlicht. man sieht aber trotzdem: krume und kruste vorschriftsmäßig, geschmack auch, nur hab ich festgestellt: die frühkindliche aversion gegen die ameisenartigen brotgewürzbemmerln im brot hab ich immer noch nicht abgelegt. hab zwar tapfer alles mitgegessen und nicht wie früher rausgekletzelt, aber eigentlich ist es mir doch ohne lieber.

deswegen hab ichs vorgestern auch dann wieder ohne gemacht, hab aber diesmal 270 gramm weizenmehl und 165 gramm roggen genommen. an sich ist (ich hoff ich geb das jetzt richtig wieder) im roggen kein gluten enthalten, deswegen braucht man für roggenbrot normalerweise auch sauerteig, weil germ da nix hilft. ich müsste jetzt nachlesen warum das so ist, hefe funktioniert scheinbar nur bei mehlen in denen das eiweiß in gluten-form enthalten ist, also weizen und dinkel. hat bei mir aber trotzdem funktioniert, der roggenanteil war offenbar gering genug. werde das noch zu steigern versuchen, aber das esszimmer mit weiteren beiträgen verschonen, ist ja doch zu fad auf dauer.

jedenfalls: endlich ausprobieren! hier ist nochmal das ausführliche grundrezept. zum schnell nachlesen reicht aber auch das:

435 gramm weizenmehl glatt oder auch griffig, wasser (350 ml zimmerwarm), salz (12 gramm) und trockengerm (1 gramm) in einer schüssel zammischen bis kein trockenes mehl mehr da ist. mit klarsichtfolie oder einem teller oder deckel möglichst dicht zudecken und 18 stunden gehen lassen. dann den jetzt sehr feuchten teig (bläschen auf der oberfläche!) auf ein sehr bemehltes papier tun, zweimal zusammenschlagen, nochmal großzügig einmehlen, und mit der „nahtstelle“ nach unten nochamal 2 stunden gehen lassen.
halbe stunde vor ende der gehzeit das rohr auf 250 grad aufheizen, eventuell einen (mindestens 4 liter-) topf mit deckel (kein email, keine plastikgriffe, alles andere is wurscht) schon reinstellen zum mit aufheizen. teig rein, deckel zu, 30 min backen. dann deckel runter, 15 min fertigbacken, dabei ein bisserl beobachten, vielleicht brauchts ein bissi länger oder weniger lang.
vorsicht, irre heiß! wenns fertig ist, auf einem gitter auskühlen lassen ca eine stunde, nicht wegen bauchweh sondern weils dann eine bessere struktur hat wenns ein bissi ruhen darf vorm anschneiden.

und fertig is das idiotenbrot. keine ausreden mehr!

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