eigentlich war ich ja nicht zum trinken, sondern hauptsächlich zum essen in paris. das heißt: empfohlene lokale abklappern, essen, mitschreiben, ideen notieren, tagsüber in ein paar geschäfte schauen, schlendern, zwischendurch ein café au lait, an einem marktstandl gänsefett im einsiedglasl kaufen, mit einem verkäufer*) im küchenbedarfs-fachgeschäft aka „das paradies“ dehillerin über filmregisseure diskutieren und sich zwischen 20 sorten madeleine-förmchen entscheiden müssen, das übliche paris-touristenprogramm eben.

und dann, in einem tschecherl ums eck der wunderbar nahrhaften ambassade d’auvergne, spätabends nach drei üppigen gängen, einem langen eiskalten spaziergang und beim letzten armagnac, während der nächste tag und seine mahlzeiten mit dem bib gourmand in der hand geplant werden – sprechen uns zwei junge männer an. huch! sie hätten bemerkt, dass wir in einem gourmetführer blättern, und ob sie uns ein lokal empfehlen dürften…? in der ambassade, in der der eine als kellner arbeitet, waren wir natürlich schon längst, aber bei pramil, wo der andere serviert, noch nicht – hurra, eine neuentdeckung! (ist in der aktuellen ausgabe eh drinnen, aber die hatten wir nicht mit)

a. hat uns aber nicht nur von seinem arbeitgeber monsieur pramil vorgeschwärmt, sondern auch von seinen eigenen ambitionen, eines tages ein lokal auf den komoren aufzumachen. ganz hab ich den zusammenhang nicht begriffen, auf jeden fall will er unbedingt eine komoranerin heiraten und.. kormoranin? keine ahnung. um endlich zur pointe der geschichte zu kommen – a. hat das hier getrunken:

schaut unspektakulär aus, klingt auch so, ist aber eine sensation und unbedingt ins repertoire aufzunehmen: cola, whisky und tabasco! das trinkt man dort, auf den komoren, an langen abenden, während man darüber sinniert, wie man das geld für die verlängerung des visums auftreibt oder wie man die gäste davon überzeugen soll, ihren kargen, sauer verdienten lohn ausgerechnet in das lokal eines französischen einwanderers zu tragen. nicht nachfragen, probieren. und freuen.

danke an a. für einen lustigen abend und eine entdeckung!

*) vorsicht vor dem verkäufer bei dehillerin: er stellt sich ungefragt mit wangenkuss als ludo vor, bequatscht einen unaufhörlich, gibt falsche preisauskünfte, vergisst ausgesuchte dinge miteinzupacken (zum glück auch zu verrechnen), fragt einen nach job und kinovorlieben und absolut allem anderen aus, macht welt-schmähs à la „wie, du probierst alles aus? hast du auch schon die französischen männer ausprobiert?“ – und er ist glühender verehrer von david lynch. das hätte mich eigentlich warnen sollen.