ein drink vor dem abendessen ist für menschen wie mich, die fast immer zu spät kommen, eine außergewöhnliche angelegenheit, denn meistens bin ich schon für den eigentlichen essenstermin viel zu knapp dran. das „i 2 banki“ in grosseto, im centro storico (piazzetta san michele), das erst seit anfang juli offen hat, ist allerdings eine bar, für die sogar ich bereit bin, früher aus dem haus zu gehen.

bestellt man hier nämlich aperol spritz mit zitrone, bekommt man folgendes dazu serviert:

das undefinierbare rote trockene zeug hinter den grissini ist getrocknetes schweinefleisch mit salz und chili, aus der gegend. sensationell, ebenso wie die anderen salumi. dann kommt:

das schwarze zeug auf den crostini ist übrigens trüffelpaste, der bohnensalat ist mit garnelen, die aber weder gummig noch trocken sind. aber das war noch nicht alles:


die kleinen teigkugerl in der mitte zwischen krabbentoasts und fischiger mayo sind weich und umhüllen eine nicht weiter definierbare (weil zu schnell gegessene) fleischfüllung. und sie waren noch warm. so gut!

das angebot ist offenbar deswegen möglich, weil die winzbar (mit ca 8 sitzplätzen drinnen, ein paar stehplätzen an der bar und draußen vier tischchen) zum lokal „melograno“ im nebenhaus gehört. da ich das melograno nicht getestet hab, kann ich über dessen qualität leider keine auskunft geben. dem „i 2 banki“ ist jedenfalls zu wünschen, dass sich das konzept rechnet, preiswerte drinks (5 euronen für den gigantischen und sehr guten aperol und nix sonst) und unfassbar geniale vorspeisen zu servieren. die häppchen scheinen übrigens nicht auf der rechnung auf und machen sich auch nicht bei den sonstigen preisen bemerkbar, wie das hinhauen kann, ist mir ein rätsel.

unglücklicherweise ist die inneneinrichtung der bar ein wenig überstylish, aber davon sollten sich wackere esser nicht abschrecken lassen: jede tapasbar kann sich in ein winkerl stellen und schämen angesichts dieser unprätentiösen, einfallsreichen köstlichkeiten.

egidio, der barkeeper, serviert übrigens nicht nur diverse klassische drinks, sondern hat auch eine eindrucksvolle und sorgfältig ausgewählte weinkarte, etliche prosecchi und diverse biere, limonaden und bitter, unter anderem von der besonderen marke BALADIN, von der ich zuvor noch nie gehört hatte: baladin, die ursprünglich reine bierbrauer sind, haben es sich offenbar zur aufgabe gemacht, italienische (und internationale) produzenten diverser spezialitäten unter ihrem namen zu vertreiben. der katalog, der in der bar auflag, hat lust auf viel mehr gemacht. bisher bin ich aber noch nicht zur recherche gekommen, hinweise werden freudig angenommen.

vielen dank an k. für das entdecken der bar, and many thanks to m. for the beautiful pictures (and even more the wonderful company).

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