letztens auf der durchreise: in südtirol hungrig und müde sein ist eine schöne sache, denn da gibt es abhilfe. einfach bei der autobahnabfahrt san michele al’adige runter, dann nach salurn, durch den ort durch, den berg rauf richtung gfrill, ca zwanzig minuten spitzkehre um spitzkehre bis auf 1300 meter – und oben dann der fichtenhof (nein, nicht der drei-fichtenhof, das ist eine abfahrt früher tief in den wald hinein, jaja, alles ausprobiert): ein hof mit einfachen gästezimmern, und drei geschwister, die den betrieb leiten.

in der stube sitzt der vater und grantelt ein bissl rum, in der küche steht uli, backt eigenes brot (mit mandeln, rosinen und sonnenblumenkernen) und macht fantastische dinge mit zutaten aus der gegend. hinter der schank steht christian, der im winter arg fernweh hat, und draußen setzt ingrid, die so gern österreichischen riesling trinkt, grad jungpflanzen. dass das gemüse gut gedeiht, dafür sorgt die nachbarschaft mit dem friedhof (oder seh da nur ich einen zusammenhang?). rundherum kann man bestens radlfahren, aber auch für einmal abendessen, übernachten und frühstück und einen spaziergang ist der fichtenhof eine wunderbare angelegenheit.

zum essen bekommen haben wir diverse wilde knödeln mit rohnen (roten rüben), löwenzahn und anderen kräutern (und zwar, wie der begleiter anmerkt, bei „einem megapanorama, das sogar alpenfüchsen den atem stocken lässt“) und am nächsten tag in der früh hat uli mir nicht nur erklärt, wie das ist mit italien und den vorschriften in der nahrungsmittelproduktion (unerfreulich!) sondern auch ein rezept für pasta mit zichorien angesagt. sie hat gemeint, zichorien seien löwenzähne, aber irgendwie hab ich da was falsch verstanden, denn zichorie ist ja wegwarte, und die blüht blau, während der löwenzahn doch unverwechselbar gelb ist…? aber egal, ich hab nachher beim spazieren noch löwenzahnblätter gesammelt und am nächsten tag daheim dann folgende pasta gemacht:

eine kleine zwiebel hacken (bei mir wars eine schalotte), ein paar blatt speck in streifen schneiden (bei mir wars ein rest prosciutto) und gemeinsam in einer pfanne in sonnenblumenöl (bei mir wars traubenkernöl) anrösten.
löwenzahn/zichorienblätter in streifen schneiden, in die pfanne dazu, kurz mitrösten und dann die sache mit etwas weißwein (bei mir: rosé) ablöschen. mit buntem (schwarzem) frisch gemahlenem pfeffer und ein bisserl salz würzen, einen schluck obers dazu, eventuell (hatte ich nicht) etwas gemüsebrühe.
inzwischen lange pasta (bei mir: spaghettini) etwas härter als bissfest kochen, in die sauce und fertiggaren. frisch geriebenen parmesan drüber, servieren. hat fantastisch geschmeckt – die säure vom wein, das salzige vom speck, das bittere vom löwenzahn und abgerundet durch obers. dankeschön für das rezept, ich hoffe, ich komme bald wieder!

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