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romeo, julia und der rest der rasselbande können draußen rituellen massenselbstmord begehen, unsereins pilgert in verona in die trattoria al bersagliere, konzentriert sich auf den teller und freut sich über down-to-earth gerichte wie die folgenden:

als vorspeis polentaschnitten mit käse überbacken, salumi obendrauf und sauergemüse dazu: sehr bodenständig, sehr vernünftig. nur, wie soll man danach noch ein ganzes menü wegbekommen? wir habens redlich versucht!

die bigoli al torcio mit ente sind nicht ummasonst legendär, das entlein ewig geschmurgelt und das ganze gericht ungemein nahrhaft.

aber wir haben uns nicht lumpen lassen und trotzdem brav fleisch bestellt, so ein stück kuh innen blutig, und so lammkoteletts innen blutig, und halt noch ein bisserl gmias dazu weil man ja sonst nicht satt wird, nichtwahr.

und weils dazu halt einen unfassbar sensationellen amarone zu trinken gab, der gefühlte 20 prozent alkohol hatte, hab ich dann vergessen das dessert zu fotografieren. aber das tut nicht weiter weh, es war super und irgendwas mit vanille und creme und so, aber frag mich nicht mehr. salute!

verona hab ich mir dann am nächsten tag bei licht und kopfweh angeschaut, eh schön an sich. aber das gewese um die unglückliche liebe zweier teenager muss nicht sein, siehe auch demnächst im kino: zwar ist der film letters to juliet ein eigentlich recht netter kitsch, aber man fragt sich doch, was für ein teufel amanda seyfried reitet, in dieser gegend nicht mit dem manischen koch gael garcia bernal auf ewige verkostungstouren zu gehen sondern stattdessen lieber liebesbriefe an vanessa redgrave zu schreiben. das verstehe, wer will. kann man sich aber trotzdem anschauen, um das fernweh zu pflegen.

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es funktioniert! wirklich! schau her:

und innen schauts so aus:

und es schmeckt wirklich voll (!) super! wie man zu dem ergebnis kommt, hat frau esskultur hier im detail beschrieben, darum kein weiteres wort außer: so einen topf, der nicht die welt kostet, bekommt man am einfachsten hier. (und ja, ich hätt auch lieber den le creuset oder den staub. aber das ikea dings ist immerhin auch in frankreich produziert, und liefert laufend beste ergebnisse in den unterschiedlichsten kochdisziplinen. echt!)

nachtrag 1:
ca 48 stunden nach dem ersten anschneiden, beim letzten übriggebliebenen stück, bin ich immer noch fasziniert: das brot ist immer kein bisschen trocken, schön säuerlich, natürlich nicht mehr knusprig aber immer noch gut. aber jetzt leider aus!

nachtrag 2: letztens hab ich den teig im vollstress zusammengemischt und idiotischerweise statt 350 ml nur 250 ml wasser genommen. aber das no-knead-bread verzeiht fast alles: zwar wars natürlich kompakter, aber trotzdem nicht nur essbar, sondern sogar gut. nur an einer stelle ein bisserl klumpig. und nach 2 tagen ratzeputz aufgegessen!

nachtrag 3: was viele behaupten, hab ich neulich beim besuch bei meinen eltern entkräftet: es ist gar kein gusseisenbräter notwendig für das gelingen, es reicht auch ein banaler WMF-topf. voraussetzungen sind, soweit ich das beurteilen kann: a) der deckel muss gut schließen (allfällige ritzen, die etwa beim ikea-spaghettitopf mit eingebaut sind, kann man wohl mit alufolie abdichten). b) plastikgriffe abschrauben, die halten die 250 grad vermutlich nicht unbeschadet aus, dabei entstehende löcher ebenfalls wieder mit alufolie verschließen. c) topfmaße: mindestens 20 cm durchmesser, mindestens 5 liter fassungsvermögen. wenn der (bereits gegangene) teig im topf ist, muss zuindest nochmal so viel platz zum fertiggehen beim backen drin sein. glasdeckel machen übrigens spaß – da kann man dem brotgeheimnis zuschauen! das hat fast was indiskretes…

nachtrag 4: soeben probiert: es geht sogar im römertopf. ich hab ihn gewässert, das ist aber glaub ich gar nicht einmal notwendig. langsam glaub ich, es reicht, ein sackl mehl ins rohr zu stellen, und das brot wird von selber, so flexibel und simpel ist das alles. das brot rocks!

zwar ist die spargelzeit jetzt auch nicht mehr das neueste thema, aber das hier ist auch ein nachtrag – eigentlich war mein spargelrisotto schon anfang mai am teller, und rundherum ein passables menü (nur fleisch gabs diesmal keins als secondo, aber ich glaub trotzdem war am ende keiner hungrig. hoffentlich!).

anlass war allerfeinster spargelbruch, der tags zuvor noch im marchfeld vergraben war:

fürs risotto hab ich die stangen geschält, und aus ein paar kalbsknochen, zwiebel, einer karotte, etwas sellerie und den schalen und schiefen enden vom spargel einen sud gekocht.

die geschälten und geschnippelten stangen kamen früh in den risotto (klassisch: arborio-reis und eine schalotte in mehl+olivenöl anschwitzen, mit weißwein ablöschen, spargel dazu, mit sud aufgießen, ständig rühren, aufgießen, rühren…), kurz vor ende großzügig butter und geriebenen parmesan.

die spargelspitzen hab ich nebenbei gedünstet und erst beim servieren auf jede portion gelegt. ein bisserl zu knackig waren sie wohl noch, und der ganze spargel erstaunlich mild, zu mild und zu wenig spargelig eigentlich. ich hab’s auf die frühe jahreszeit zurückgeführt, hoffe, das dieser tage nochmal mit intensiverem spargel nachzuholen.

vorher gabs eine platte mit salumi, nämlich spanischen lomo (geräucherte, etwas paprizierte schweinelende), spanische fuet (das ist diese lange dünne trockene wurst) und französische gänse-rillette (nicht am bild, und außerdem gekauft, aber sensationell gut!).

dann einen gemischten salat mit dem wildesten, was der balkon an kräutern zu bieten hat, pfefferminz, schokominze, koriander, basilikum, sauerampfer, radicchio und noch viel mehr, und schafskäs und paradeiser dazu. marinade mit saft einer halben orange, etwas zitronensaft, haselnussöl, tabasco, honig, salz, frisch gemahlenem pfeffer, apfelbalsamicoessig und so.

und dann den risotto, mit rucola und pimpinelle obendrauf, und nochmal frisch geriebenem parmesan.

und am ende dann ein ganz banales tiramisu, aus einem großen becher mascarpone, gemischt mit vier eigelb und dem schnee von zwei oder drei eiweiß, vier oder fünf esslöffeln kristallzucker und einer packung manner-biskotten, in espresso mit rum und vanille getunkt. hab ich am vortag gemacht, damit’s schön durchsaftelt.

und, war irgendwer noch hungrig?

letztens auf der durchreise: in südtirol hungrig und müde sein ist eine schöne sache, denn da gibt es abhilfe. einfach bei der autobahnabfahrt san michele al’adige runter, dann nach salurn, durch den ort durch, den berg rauf richtung gfrill, ca zwanzig minuten spitzkehre um spitzkehre bis auf 1300 meter – und oben dann der fichtenhof (nein, nicht der drei-fichtenhof, das ist eine abfahrt früher tief in den wald hinein, jaja, alles ausprobiert): ein hof mit einfachen gästezimmern, und drei geschwister, die den betrieb leiten.

in der stube sitzt der vater und grantelt ein bissl rum, in der küche steht uli, backt eigenes brot (mit mandeln, rosinen und sonnenblumenkernen) und macht fantastische dinge mit zutaten aus der gegend. hinter der schank steht christian, der im winter arg fernweh hat, und draußen setzt ingrid, die so gern österreichischen riesling trinkt, grad jungpflanzen. dass das gemüse gut gedeiht, dafür sorgt die nachbarschaft mit dem friedhof (oder seh da nur ich einen zusammenhang?). rundherum kann man bestens radlfahren, aber auch für einmal abendessen, übernachten und frühstück und einen spaziergang ist der fichtenhof eine wunderbare angelegenheit.

zum essen bekommen haben wir diverse wilde knödeln mit rohnen (roten rüben), löwenzahn und anderen kräutern (und zwar, wie der begleiter anmerkt, bei „einem megapanorama, das sogar alpenfüchsen den atem stocken lässt“) und am nächsten tag in der früh hat uli mir nicht nur erklärt, wie das ist mit italien und den vorschriften in der nahrungsmittelproduktion (unerfreulich!) sondern auch ein rezept für pasta mit zichorien angesagt. sie hat gemeint, zichorien seien löwenzähne, aber irgendwie hab ich da was falsch verstanden, denn zichorie ist ja wegwarte, und die blüht blau, während der löwenzahn doch unverwechselbar gelb ist…? aber egal, ich hab nachher beim spazieren noch löwenzahnblätter gesammelt und am nächsten tag daheim dann folgende pasta gemacht:

eine kleine zwiebel hacken (bei mir wars eine schalotte), ein paar blatt speck in streifen schneiden (bei mir wars ein rest prosciutto) und gemeinsam in einer pfanne in sonnenblumenöl (bei mir wars traubenkernöl) anrösten.
löwenzahn/zichorienblätter in streifen schneiden, in die pfanne dazu, kurz mitrösten und dann die sache mit etwas weißwein (bei mir: rosé) ablöschen. mit buntem (schwarzem) frisch gemahlenem pfeffer und ein bisserl salz würzen, einen schluck obers dazu, eventuell (hatte ich nicht) etwas gemüsebrühe.
inzwischen lange pasta (bei mir: spaghettini) etwas härter als bissfest kochen, in die sauce und fertiggaren. frisch geriebenen parmesan drüber, servieren. hat fantastisch geschmeckt – die säure vom wein, das salzige vom speck, das bittere vom löwenzahn und abgerundet durch obers. dankeschön für das rezept, ich hoffe, ich komme bald wieder!

frühstück, wie ich es mir gefallen lasse.

auf einer speiskarte bei einem wirten irgendwo weit außerhalb von savona, in einem tiefen tal mit blumen und bäumen und bächlein und so. schön!

Den ersten frischen Spargel heuer bekommen, und zwar so richtig ganz, ganz frischen. Noch nicht mal einen Tag lang aus der Erde. Und weil ich das junge Gemüse am liebsten gar nicht solo weichgekocht, sondern knackig gebraten mag, egal ob grün oder weiß, entstand dieses sehr feine Pastarezept für 4:

200 g Penne rigate kochen. Inzwischen 1 kleine Zwiebel in ganz kleine Würfel schneiden, mit etwas Zitronenschale und wenig Chili in wenig O-Öl anrösten.
1/2 kg Spargel(-bruch) in ca. Penne-große Stücke schneiden, dazugeben. Pfeffer, etwas Minze, Salz dazu, unter Rühren weiter rösten. Wenn alles leicht bräunt, mit einem kräftigen Schuss Apfelsaft ablöschen. 50 ml Schlagobers dazugeben. Zugedeckt den Spargel bissfest kochen lassen. Abschmecken.
Nochmals 50 ml Schlagobers und 2 in grobe Würfel geschnittene Fischfilets (am besten was Weißes wie Zander oder Forelle gar) dazugeben, kurz aufkochen lassen, dann die fertigen Nudeln reinmischen. Auf den Teller, mit frisch geriebenem Kren servieren.

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