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wer noch vom letzten schmortopf ein bissl lammkeule übrig hat und die variieren möchte, kann das so tun wie ich heut:

in einem kleinen topf den rest aufwärmen, eine große handvoll tiefkühlerbsen dazu, und eine kleine handvoll gehackter minze (hier: intensive schokominze). mit reis und einem kleinen karotten-tomaten-radicchio-basilikumsalat mit schafskäs. schmeckt dann ganz anders als das ursprungsgericht, und wieder sehr sehr super.

die draußen-saison ist eröffnet, man verzeihe das unscharfe foto, es musste schnell gehen denn das essen wurde schon kalt. und es war so gut! es gab biobeiried, das hab ich vorher ca zwei stunden mariniert (in etwas soysauce, zitronensaft, salz, pfeffer, zucker, olivenöl, ingwermarinade ausm eingeleger-ingwer-glasl, tabasco, cajun-gewürzmischung), dann beidseitig scharf angebraten, ins warme rohr zum rasten gelegt und in der selben pfanne (bereits gekochte und geschälte) baby-erdäpfel in butter geschwenkt. die dann ebenfalls zum warmhalten im rohr zwischengelagert, und in der pfanne mit der restlichen marinade, ein paar würfeln demi-glace und etwas wasser eine sehr supere sauce werden lassen. parallel hab ich karotten gedämpft, in butter und orangenöl mit ein bisserl pfefferminze geschwenkt, gesalzt und gepfeffert.

und dazu gab’s einen sehr unfassbaren salat, aus einer kleinen zucchini, einem paradeiser, ein bisserl zerbröseltem schafkäs und folgendem grünzeug aus EIGENEM anbau (ich bin so stolz wie eine mama): radicchio (der grün, trotzdem schön bitter ist), sauerampfer, borretsch, pfefferminze, schokominze, pimpinelle, kerbel, koriander, brunnenkresse. das ganze mariniert mit apfelessig, bisserl balsamico, olivenöl, orangenöl. alles zusammen draußen servieren und schnell essen damit’s nicht kalt wird. und so gut wars! (hab ich das schon gesagt? pardon. stimmt aber!)

2 – 3 Tomaten (oder 8 – 10 Kirschtomaten) mit 1/4 l Prosecco, 1 Schuss Apfelsaft, 1 Chilischote, 1 kleinem Stück Zitronenschale, 1 eingelegten Sardelle, Salz, Pfeffer, einem Schnittchen Butter und einem kleinen Stück Vanilleschote auf mittlerer Hitze kochen, bis die Tomaten schön zerkocht sind. Dann 10 dag Kritharaki (Nudeln, die aussehen wie Reis) dazugeben, wenn nötig mit Wasser aufgießen bis die Nudeln gut bedeckt sind, nachsalzen.
Kochen bis die Nudeln durch sind – alle paar Min. umrühren nicht vergessen.
Dolcelatte-Würfelchen und einen Hauch Basilikum unterrühren, servieren.

(Und es schaut in Wirklichkeit VIEL besser aus. Versprochen. Handykameras sind doof.)

Rapunzel aka Vogerlsalat aka Feldsalat. Das einzige Grünzeug, das meine Tochter gerne isst. Schade, dass die Grimms nicht mehr Märchen nach Obst & Gemüse benannt haben.

Im Märchen geht’s ja darum, dass eine Frau aus lauter Heißhunger auf Rapunzeln sogar ihr ungeborenes Kind verkauft. Mag ja übertrieben sein, aber gut sind sie wirklich. Und weil bei uns hier endlich die Sonne scheint, ließ ich mich zu einem feinen Frühlingssalat inspirieren:

Aus 1/8l Joghurt, 1 EL Senf, Zitronensaft, Salz, Pfeffer eine Marinade anrühren.
1/2 Apfel, 1/2 Avocado, 1/2 Kohlrabi, 2 harte Eier, 4 Scheiben Salami, 1 Stück Räucherfisch und etwas Rucola in Stücke schneiden, druntermischen.
Dann 2 kräftige Handvoll Rapunzeln säubern, drunterheben.
Dann kommt noch frisch geriebener Kren und ein wenig Bio-Hanföl (vom Fandler, sehr köstlich). Mahlzeit.

Variationen sind natürlich mannigfaltig denkbar. Zwiebel und/oder diverses frisches Kraut passt sicher auch gut, hab ich aber absichtlich weggelassen, weil ich die zarten Rapunzeln geschmacklich nicht ganz zudecken wollte.

Und noch eine Anmerkung: Salatsauce aus Joghurt, Senf, Salz und etwas Zitronensaft geht nicht nur superschnell, sondern schmeckt auch extrem mayonnaisig und lässt den Gedanken an grausige Fertigsalatsaucen (was das schon für widerliches Wort sist) gar nicht erst aufkommen.

Eine wunderschöne Hauptspeise, recht einfach zu erstellen und sehr effektvoll. Angeberküche, auch ;)

Also, für 4 Personen bräuchte man folgendes:

1 ganzen Bio-Schweinslungenbraten (kein Billigfleisch, das fällt auf. Und wenn nicht, laden Sie diese Leute nie wieder ein)

2 Semmelnknödeln (wer den Witz jetzt versteht ist ein Held)

Fürs Püree:
1 Dose Linsen, 1 Karotte, 1/4 Sellerie, 1/8 Weißwein, 1 Rippe Milchschokolade, 1 EL geriebenen Kaffee, 1 Handvoll Rosinen, Salz, Pfeffer, Rosmarin, Kümmel, Majoran … kochen, bis es sehr dicklich ist, dann mit 2 EL Crème fraîche pürieren.

In einer goßen weiten Pfanne 1 Schnitte Butter mit einem guten Schuss O-Öl erhitzen. Die Knödel in schmale Streifen schneiden, in die Pfanne hauen. Anbraten. Dann zur Seite schieben. Den in 2,5-cm-Scheiben geschnittenen Schweinslungenbraten auf den Schnittflächen in die Pfanne legen. Alles bei mittlerer Hitze so 10 min braten, immer wieder wenden, salzen und pfeffern.
Kurz bevors fertig ist, mit einem Stamperl Bourbon aufgießen, den ganz verkochen lassen oder auch flambieren – seeehr gut.

Wenn das Fleisch wie gewünscht durch ist (innen rosa = federt auf Druck), Püree nochmal warm machen und alles auf 4 Teller verteilen, viel frischen Kren drüber reiben. Servieren.

Dazu passt ganz super ein schöner Veltliner, in diesem Fall Gobelsburger 2009.

Ostereier färben ist super, Ostereier kriegen auch, und erst Ostereier essen … ich krieg kaum genug, besonders wenn sie nicht zu hart gekocht sind. In den letzten Jahren scheint sich das auch allgemein durchgesetzt zu haben, das Gründotter-Ei ist mir heuer seltenst untergekommen (eigentlich nur 1x, und da wars selberverursacht, beh).

Aber weil nicht jeder Mensch gern 5 Eier pro tag einfach so essen will, gibt’s die geniale Erfindung des Eiersalates.

    Grundrezept

(für so 2 Personen):
3 Ostereier schälen und mit der Gabel etwas zerdrücken. 1/4 weißen Zwiebel & 1 großes Essiggurkerl in ganz kleine Würfel schneiden, dazugeben. Mit 1 EL Senf, 1 EL O-Öl, 2 – 3 EL Joghurt, Salz & Pfeffer verrühren und weiter zerkleinern, bis es halbwegs homogen aussieht.
Das kann man fast unendlich variieren: Mit Sardellen, Pefferoni, Tabasco, Oliven, Rosinen, Dill, … …

Eine schöne Eiverwertungssache ist aber auch der

    Fenchel-Apfel-Eisalat

(Bild):

1 – 2 Ostereier schälen. Die Dotter mit 2 EL O-Öl, 1 EL Senf, dem Saft einer Limette, 3 EL Joghurt, Salz & Pfeffer glatt rühren, abschmecken.
1 kleine Fenchelknolle, 1/2 Apfel und die Eiweiße in ca 0.7mm-Würfel schneiden, das Fenchelgrün fein hacken, alles mischen, ziehen lassen.

Schmeckt super solo oder als Beilage zu Fisch & Meeresfrucht.

ein rezept für solche ricottakrapferl hab ich einmal bei jamie o. gelesen, mittlerweile variiere ich sie gerne und oft, denn mit salat ergibt das ein schnelles und gutes abendessen:

einen becher ricotta mit zwei kleinen eiern (oder einem großen), zwei oder drei esslöffeln hineingesiebtem mehl, einer prise salz, muskat und etwas zitronenschale verrühren. abschmecken. ich hab dann noch einen großen esslöffel topfen und zitronensaft dazugetan, dann schmeckts ein bisserl frischer. ca 10 minuten stehen lassen damit das mehl quellen kann, dann rohr vorheizen und in einer beschichteten pfanne einen schnippel butterschmalz zergehen lassen. mit einem löffel mittelgroße teigkleckse in die pfanne machen, auf der unterseite anbräunen lassen, umdrehen, und sobald beide seiten schön goldbraun sind, die sache auf einen teller ins rohr zum warmhalten. und das natürlich machen, bis der teig aus ist.

dazu hab ich einen salat aus mango, paradeisern, paprika und allem möglichen an küchenkräutergrünzeug mit apfelessig, orangensaft, olivenöl, tabasco und haselnussöl mariniert. besonders mag ich derzeit die schokominze, unfassbar intensiv, und spitze im salat in kombination mit koriander, finde ich. ein paar in streifen geschnittene angebratene und mit balsamico marinierte austernpilze haben auch irgendwie gut dazugepasst.

so ein osterzicklein, das hat allerlei spannende innereien. nicht nur die nieren, sondern auch eine leber, und die hab ich folgendermaßen zubereitet:

leber putzen, in streifen schneiden und ca 48 stunden in milch einlegen. dann trocknen und in einer pfanne mit butterschmalz heftig anbraten, rausnehmen und in der selben pfanne eine gehackte schalotte und einen halben gehackten apfel glasig werden lassen bzw. anrösten. mit calvados ablöschen, ein paar löffel glace de veau dazu, ein bisserl wasser, etwas obers, und thymian. weiterschmurgeln bis alles gar ist, dann wieder die leber rein, mit pfeffer und salz abschmecken.

als beilage einen briocheknödel machen: würfelig geschnittenes und getrocknetes milchbrot, brioche oder osterpinze in eine schüssel geben. ein paar esslöffel butter flüssig werden lassen und dazumischen. ein achtelliter milch, ein ei und eine prise salz verquirln und dazumischen, außerdem ein paar esslöffel mehl. eine viertelstunde alles stehenlassen, bis die sache eine schöne konsistenz bekommt. eine wurst formen, eng in eine stoffserviette oder klarsichtfolie einschlagen und ca 20 minuten in siedendem wasser ziehen lassen (nicht kochen). den knödel auskühlen lassen, in ca anderthalb cm dicke scheiben schneiden und in butter in einer pfanne von beiden seiten anbraten.

dazu grüner salat und ein bisserl frischen thymian. schmeckt spitze, ohne übertreibung: ganz spitze.

ostern ist eine wunderbare ausrede, wieder einmal ein paar hungrige zusammenzurufen und ausführlich zu kochen. diesmal hab ich schon drei tage vorher begonnen, weil ich mir eingebildet hab, selbst kalbsfond und glace de veau zu machen. das ist etwas irrsinnig befriedigendes. claudio von den anonymen köchen hat hier eine sehr schöne beschreibung geliefert, an die ich mich natürlich nicht gehalten hab, die aber trotzdem einige gute anhaltspunkte liefert (10 stunden simmern lassen! yeah!)

zur vorspeis gab es osterpinzen, dazu einen kräuterfrischkäs aus topfen, sauerrahm, ausseer brunnenkresse und ein bisserl gehacktem grün von frühlingszwiebeln, und hühnerleberaufstrich (der war zu schnell weg, hat es deswegen nicht aufs foto geschafft).

danach eine topinambursuppe mit kalt geräuchertem saibling und schwarzbrotcroutons. ich hab den topinambur (und, weils zu wenig war, noch ein bisserl sellerieknolle) gedämpft, geschält und mit etwas kalbsfond in einem topf aufgegossen, püriert, gewürzt, mit wasser und obers weiter aufgegossen. inzwischen das saiblingsfilet von der haut gelöst, die haut auch in die suppe zum aromatisieren. frische schwarzbrotwürfel in der pfanne rösten, die suppe in schüsseln mit fischstückerln anrichten, croutons drüber, und ein paar kerbelblätter aus eigenanbau.

da die hauptspeis, das kitz, auch nierchen besaß, hat’s diese auch noch gegeben: nieren putzen, längs halbieren und einen tag lang in milch einlegen um das „goassln“ abzumildern. aus der milch raus, in mehl wenden und in einer pfanne mit butterschmalz auf allen seiten anbräunen. rausnehmen und in der pfanne eine gehackte halbe fenchelknolle und eine gehackte kleine zwiebel anrösten. mit sherry ablöschen, ein paar löffel glace de veau und eine halbe flasche polpa (am besten von la selva, so gut!!) rein. mit ein paar zweigen thymian zugedeckt simmern lassen bis der fenchel weich ist, pfeffern und salzen, ein halbes teelöfferl honig rein und auch die nierchen wieder hinein in die sauce, außerdem eine kleine handvoll frischen rucola. brot dazu.

das zicklein stammt aus oberösterreich, von hier, ist also offenbar sanft und mit musik entschlafen. schräg! bei mir wurden die teile (vorderes, hinteres, teil vom rücken) dann zärtlich gewaschen, getrocknet, mit pfeffer, salz und thymian eingerieben und über nacht in olivenöl eingelegt.
vor dem erhitzen hab ich den schweren gusseisernen schmortopf mit einer knoblauchzehe ausgerieben, dann das zicklein drin scharf angebraten, und inzwischen das backrohr auf 120 grad vorgeheizt. den braten mit einem guten viertel trockenem weißwein ablöschen, etwas glace de veau (nerv ich schon?) und noch mehr thymian, noch ein bisserl wasser, deckel drauf und rein in den ofen. nach ein oder zwei stunden hab ich noch ein paar getrocknete marillen hineingelegt. wenn der deckel drauf bleibt, kann das vieh vier oder fünf stunden bei sehr moderater temperatur ungestört drinbleiben, mehr ist dann nicht mehr zu tun.

dazu gabs süßkartoffeln und normale erdäpfel, vorgedünstet und mit salz, pfeffer, thymian und olivenöl im rohr gebraten, außerdem frühlingszwiebel (halbiert, gepfeffert und in der pfanne gebraten) und salat (vogerl, jungspinat, rucola und so zeugs). eine kleine schnitte milder ziegenkäs vom bauern und ein bisserl frischer majoran waren eine feine ergänzung. die süße der süßkartoffeln und der marillen hat zum zarten, aber eindeutig ziegenaromatischen kitz super gepasst, die frühlingszwiebel hätt ich ein bisserl energischer schälen können, geb ich zu.

zum ersten mal hab ich mich über mousse au chocolat (nach anthony bourdain) gewagt, mit nur ganz wenig klümpchen, echt wahr! dazu hab ich folgendes gebraucht: 150 g bitterschoki, ein stamperl besten rum, 4 esslöffel butter, 4 eier (getrennt), 3 esslöffel kristallzucker, 1/4 l schlagobers, gewürze (zimt, vanille).
eischnee mit dem zucker ganz steif schlagen. schlagobers schlagen. schoko brechen und über wasserbad schmelzen. butter dazurühren. gewürze und rum dazu. nach und nach vorsichtig!! schnee und schlagobers unterheben, in eine schöne schüssel füllen, über nacht kaltstellen. mit überreifer flugmango und pfefferminze servieren. war gar nicht so schwer – und reicht für sechs oder sieben portionen (wenns vorher schon was gscheites zum essen gab).

nachher kaffee für die, die wollten. und ich hab beim backgammon gewonnen, obwohl nicht mehr wirklich nüchtern. mein gegner aber glaub ich auch nimmer.

und ein bisserl ein kas ist immer noch gegangen. zum glück sind noch ein paar osterpinzen von vorhin übergeblieben.

und dann, irgendwann, waren endlich alle satt und konnten heimgehen.

nach viel zu viel gutem essen die letzten tage streikt irgendwann einmal der magen und verlangt nach etwas leichtem. und da gab’s im kühlschrank noch diverse reste, die sich in einer salatschüssel aufs allernetteste zusammenfanden:

minigurken, paradeiser und eine ökologisch verwerfliche, aber sündhaft gute flugmango würfeln, sich ein bisserl schlecht fühlen wegen des CO2-verbrauchs, milden ziegenkäse drüberbröckeln. marinieren mit dem saft einer halben orange, apfelessig, kaltgepresstem haselnussöl, drei tropfen tabasco und einer prise salz. eine handvoll pfefferminzblätter hacken und drüberstreuen. brot dazu. perfekt!

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