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jetzt endlich ist wieder die zeit, wo’s meine lieblingsäpfel gibt: topaz, so schön süßsäuerlich, mit festem fruchtfleisch, gut haltbar, mit unwahrscheinlichem aroma und meines erachtens viel zu schade zum verkochen. und weil ich mit meiner topaz-liebe alle um mich angesteckt hab, haben meine eltern in ihrem gärtlein einen ebensolchen baum gepflanzt, schon vor zwei jahren. erst heuer hat er getragen, und die ernte ist, nun, überschaubar:

warum das so ist, hab ich erst jetzt gelernt: offenbar (man korrigiere mich, wenn’s so nicht stimmt) gedeihen apfelbäume nicht gut, wenn sie dort gepflanzt werden, wo schon einmal ein apfelbaum stand (was hier der fall war), weil apfelbäume einen botenstoff ins erdreich absondern, der verhindert dass die eigenen samen direkt zu füßen des baumes wurzeln schlagen können. eigentlich müsste man also die gesamte erde austauschen, wenn man einen apfelbaum neu pflanzt. aber leidenschaftlich liebevollen gärtnern wie meinen eltern ist das letztlich auch egal. der eine apfel, den topaz dieses jahr trägt, wird dafür halt noch viel mehr gewürdigt!

und das ist zwar eine banale erkenntnis, aber durch irgendwas musste ich ja die biblische überschrift rechtfertigen.
so ein osterzicklein, das hat allerlei spannende innereien. nicht nur die nieren, sondern auch eine leber, und die hab ich folgendermaßen zubereitet:

leber putzen, in streifen schneiden und ca 48 stunden in milch einlegen. dann trocknen und in einer pfanne mit butterschmalz heftig anbraten, rausnehmen und in der selben pfanne eine gehackte schalotte und einen halben gehackten apfel glasig werden lassen bzw. anrösten. mit calvados ablöschen, ein paar löffel glace de veau dazu, ein bisserl wasser, etwas obers, und thymian. weiterschmurgeln bis alles gar ist, dann wieder die leber rein, mit pfeffer und salz abschmecken.
als beilage einen briocheknödel machen: würfelig geschnittenes und getrocknetes milchbrot, brioche oder osterpinze in eine schüssel geben. ein paar esslöffel butter flüssig werden lassen und dazumischen. ein achtelliter milch, ein ei und eine prise salz verquirln und dazumischen, außerdem ein paar esslöffel mehl. eine viertelstunde alles stehenlassen, bis die sache eine schöne konsistenz bekommt. eine wurst formen, eng in eine stoffserviette oder klarsichtfolie einschlagen und ca 20 minuten in siedendem wasser ziehen lassen (nicht kochen). den knödel auskühlen lassen, in ca anderthalb cm dicke scheiben schneiden und in butter in einer pfanne von beiden seiten anbraten.
dazu grüner salat und ein bisserl frischen thymian. schmeckt spitze, ohne übertreibung: ganz spitze.
3 kleine Kartoffeln, 1 halbe Rote Rübe, 1 halber Apfel, 1 Tomate, 10 cm Lauch klein schneiden, gemeinsam mit den Kernen eines Maiskolbens, einer Zitronenscheibe, Knoblauch und frischem Chili nach Belieben in einen Topf tun, fingerbreit mit Wasser bedecken, salzen und etwa 1/2 Stunde köcheln lassen. Dann 1 Stück frischen Tofu in kleinen Würfeln und eine Handvoll Bohnensprossen dazu, noch ca. 5 min kochen lassen. Abschmecken.
Vor dem Essen einen EL bestes Olivenöl drüber, auch frische Kräuter, Pfeffer etc. passen gut. In einem Gurkenglas kann mans auch gut ins Büro mitnehmen.


Frischer Senf