
Sowohl Frau Queenofsoup als auch Meinereine stammt aus Oberösterreich, also ist für uns Schweinsbraten keine bloße Speise, sondern kulinarisches Weltkulturerbe. Schon als Kind war, wurde ich nach meiner Definition von Festessen gefragt, meine erste und einzige Antwort “Schweinsbraten!” – und dass Dornröschen & Co beim Happyend-Gelage jemals was anderes zu sich hätten nehmen können, was “Edleres” etwa, Austern, Wachteln, Reh o. Ä., ist mir auch nach wiederholtester Märchenlektüre nie in den Sinn gekommen.
Das Seltsame an der Sache ist: Trotz (oder wohl eher wegen) solcher kultischen Verehrung hab ich selbst noch nie einen Schweinsbraten gemacht. Ich hab mich über Beuschl, Nierndl, Tafelspitz samt sämtlicher Beilagen gewagt, selbst den Erdäpflknödl nicht unversucht gelassen, aber das Gericht der Gerichte noch nie. Versagensangst, ganz klar, auch wenn man mir versichert, es sei keine Hexerei.
Allerdings glaub ich nicht ganz daran, weil was meine Mutter als Schweinsbraten serviert, kann nicht ohne Magie entstanden sein. Eine traumhafte Kombination aus bestem Fleisch (MUSS Bio sein, sonst schmeckts nicht!!), in der letzten Stunde mitgebratenen Erdäpfeln und Semmelknödeln, vervollkommnet von Krautsalat. Wundervoll.
Ein Gedicht, das – oft probiert – aufgewärmt noch um ein Haus besser schmeckt als so manche “frische” Sau. Und das zudem noch eins meiner Lieblings-Aufstrichrezepte nach sich gezogen hat: Den Schweinsbratenaufstrich.
Meine Oma, als begnadete Köchin und Mutter vieler Kinder Meisterin der Resteverwertung, hat ihn erfunden, und ich präsentier ihn hier als Neujahrsgruß 2012. Das Rezept: Alles, was vom Bratl übrig bleibt – Fleisch, Knödel, Erdäpfel, Saft (nicht zu viel!), Bratlfett – duch die Fleischmaschine drehen (der Stabmixer tuts auch, der Aufstrich wird damit fluffiger als im Original), mit Salz, Senf, Pfeffer und Majoran abschmecken, dann auf getoastetem Brot servieren.
Das ist Luxus in seiner besten Form. Köstliches Neues Jahr!!!

8 Kommentare
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31. August 2011 um 13:12
Penelope
Welch schöne Bilder *-* da wär ich jetzt gerne!
31. August 2011 um 14:42
queenofsoup
es ist auch sehr super hier. nur schade, dass ich nicht den ganzen tag zeit hab, in rialto rumzuhängen. blöde arbeit.
31. August 2011 um 14:18
utecht
Ist das denn nun der Rücken vom schönen Georg, da hinter den scampi grossi?
31. August 2011 um 14:34
queenofsoup
aber was. wie der aussieht, weiß doch eh jeder, wozu fotos.
31. August 2011 um 18:00
entegut
sind die hellblauen schuhe croqs? das wäre der untergang für italien, wenn das mehr nachahmer findet.
feine calamari!
31. August 2011 um 18:16
queenofsoup
ja, das sind crocs. aber es war noch früh in der früh, vielleicht entschuldigt das die buben, ich glaub sie hatten gerade das lokal saubergemacht (übrigens eine der allerwundervollsten, dabei winzigsten cicchettibars der stadt).
extrem hip sind hier momentan übrigens birkenstocks, und zwar jene, die wie flipflops zwischen großer und zeigezehe den riemen… ach, weißt eh. es hat schon einen grund, weshalb ich über essen und nicht über schuhe schreiben soll.
31. August 2011 um 19:42
Ellja
ich schau sehnsüchtig nach venedig! Auch ganz ohne Clooney. Beim nächsten Mal wird es Winter sein und hoffentlich nicht zu kalt, aber ich freu mich auch auf ein schaurig-schönes Venedig, mit hoffentlich weniger Touristen :-)
31. August 2011 um 22:47
phunpunc
Das schaut ja ganz allerliebst aus. Habe mir, durch die Bilder inspiriert, King Prawns eingekühlt, aber ach-herrjeh, es ist nicht dasselbe …