sie schmecken himmlisch, sie sind hübsch, und sie sind ganz nebenbei auch eine sehr elegante art und weise, restln zu verkochen. wegschmeißen ist nich! zum beispiel gemüse, das alleine nicht mehr für eine ganze mahlzeit reichen würde, hühnerfleisch aus einer suppe, faschiertes… für eine feine gyozafüllung sind jungzwiebel oder porree und ein paar schwammerl in jedem fall eine gute basis. alles weitere nach vorräten und lust.

was lange garen muss, vorher eventuell anbraten, den rest einfach kleinschneiden und mischen, und mit soysauce, einem spritzer sesamöl, etwas orangenöl oder sonstwie abschmecken.

gyozablätter kann man auch selber machen. da ich aber nicht j. bin, der fingerfertige mann meiner japanischen cousine, greife ich zum fertigprodukt aus der tiefkühltruhe des nächstgelegenen asiashops. gibts in verschiedenen packungsgrößen, eckig und rund – und es zahlt sich aus, ein packerl daheim vorrätig zu haben. die tascherln sind übrigens, wie man mir sagte, ursprünglich chinesisch, mittlerweile aber vor allem in japan sehr in mode, mit den unterschiedlichsten füllungen.

die blätter leicht antauen lassen, damit sie sich voneinander trennen lassen, dann je ein teelöfferl füllung (nicht zu viel) auf jeden teigkreis setzen.

die ränder mit nassen fingern anfeuchten und zusammendrücken. dabei gibt’s verschiedene formale schulen, wie man sich denken kann – vermutlich in direktem zusammenhang mit der schönen tradition des origami. meine ganz persönliche lieblingsrichtung ist die “haupsache-es-hält”-form. die befolge ich aber streng.

außerdem mag ich es, wenn die gyozas wie kleine raupen übers arbeitsbrett kriechen. nnnga nnnga (familieninterner schmäh)

in einer weiten flachen beschichteten pfanne (für die es auch einen deckel gibt) ein paar esslöffel neutrales pflanzenöl mit ein paar tropfen geröstetem sesamöl heiß werden lassen. die gyozaraupen hineinsetzen und anbraten. sobald sie braune füße haben, beherzt eine tasse wasser in die pfanne schütten und schnell den deckel zumachen. jetzt werden die viecherln fertiggedämpft, was ca 10 minuten dauert. nicht übersehen! wenn am boden der pfanne kein wasser mehr ist und der teig überall gar ist, ist essenszeit!
inzwischen mische ich eine sauce zusammen. da kommen bei mir rein: sojasauce, ein paar spritzer fischsauce, orangenöl, orangenzesten, limettensaft, irgendeine chilisauce. und frisches basilikum oder frischer koriander, oder was sonst halt da ist.

wenn keine flüssigkeit mehr da ist, sollten die gyoza unten wieder ein bisserl knusprig geworden sein. und dann gibts essen.
geht bestimmt auch ohne sesamöl und soysauce, mit somewhat westlicheren zutaten, saibling und einem löfferl rahm und spinat, oder so. hab ich aber noch nicht getestet. veggieversionen sind natürlich auch gut. ach. morgen mach ich sie mir wieder. aber diesmal mit biorindsfaschiertem und bio-prinzesserbsen.
nachtrag: ingwer und knoblauch sind natürlich auch basics für die füllung. aber jeder wie er mag.

14 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
30. September 2011 um 09:25
katha
gekauft. ich mach’ sie nach jens rezept: http://userealbutter.com/2007/10/04/chinese-dumplings-and-potstickers-recipe/ und bin bei der sauce puristischer. aber deine raupen schmecken gewiss super. bitte mal machen ;-)
30. September 2011 um 14:08
queenofsoup
du machst garantiert den teig selber, oder? das möcht ich ausprobieren, danke für den link (der mich auch nochmal an ingwer und knofel erinnert hat, zum glück rechtzeitig bevor ich’s heute bastel – habs schon oben ergänzt). aber für ein restlessen, das oft spontan sein muss, sind mir die fertigteigblatteln gut genug. perfektionismus ist nicht so meine stärke… so, und jetzt hab ich wirklich hunger!
30. September 2011 um 14:10
queenofsoup
noch eine ergänzung zu dem verlinkten rezept: ich mag es lieber, wenn die zutaten weniger fein geschnippelt sind als da auf den fotos. aber das ist geschmackssache. und was für eine sauce machst du dazu?
1. Oktober 2011 um 14:24
stinstar
hmmmm, war super gut gestern. Danke nochmal.
3. Oktober 2011 um 20:54
entegut
bitte google cooking with the dog gyoza. das wird dir gefallen. :)
ich verfolge auch die raupenversion ‘hauptsach es hält’ danke für die anregung, das wieder zu machen!
7. November 2011 um 20:48
queenofsoup
danke für den hund, der ist wunderbar und auch noch ziemlich schlau!
7. Oktober 2011 um 13:36
Ellja
ich hab die schon so oft gemacht (inzwischen mach ich auch den Teig selber, wirklich keine Hexerei, halt a bissl mehr Arbeit), aber ich könnte sie immer und immer wieder essen, das ist wirklich Teufelszeug ;-)… und man glaubt ja gar nicht, wieviele man von den Dingern verdrücken kann!
7. Oktober 2011 um 13:38
Ellja
achso ja, vergessen, meine ersten gyoza hab ich auch mit dem Youtube-Video “cooking with a dog” gemacht. Ist eine gute und sehr witzige Anleitung.
8. Oktober 2011 um 23:31
weltbeobachterin
oh, ich bin wohl die einzige in der Runde – die die Dinger gar nicht kennt – sieht aber gut aus!
7. November 2011 um 20:47
queenofsoup
ich kannt sie ja auch nicht, bis vor einem halben jahr, zumindest nur ausm lokal. sind aber echt watscheneinfach wenn man so faul ist wie ich und zu fertigteig greift.
29. Oktober 2011 um 17:58
Lamponi
… und wann kommst wieder mal zu uns in die Provinz zum Tascherln-Packen? das war so fein, wie lang ist das her? Ein Jahr?! Kinder …
5. November 2011 um 16:31
Micha
feinfeinfein!
Und dann auch noch so ungewöhnlich!
7. November 2011 um 20:46
queenofsoup
achwo ungewöhnlich, wenn ich mir so anschau was die damen hier schreiben, ist das ungefähr so ungewöhnlich wie ein spiegelei… ich genier mich fast. aber ich mag die tascherln sehr gern!
8. November 2011 um 11:10
Tami
Lecker! Ich hol mir die Gyoza eigenentlich immer beim Chinesen meines Vertrauens… jetzt kann ich sie mal selber machen.